feministisch?

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
babs17 Avatar

Von

Diese Rezension enthält Spoiler!

Das Buch wurde ziemlich gehyped was immer schwierig ist, da es immer hohe Erwartungen schürt.
Dem Hype wurde das Buch für mich nicht gerecht. Ich fand es nicht schlecht doch zum Ende hin gefiel es mir dann leider schlechter und es wies für mich auch unlogische Stellen auf. Womit ich jedenfalls am wenigsten einverstanden bin, ist die Bezeichnung des Romans als feministisch. Das Buch hat für mich, inklusive (oder vor allem) dem Titel nichts feministisches. Oder gilt es als feministisch, wenn Frauen ohne Männer überleben? Ich hoffe nicht!
Sie stirbt an Gebärmutterkrebs da sie die ist, die Männer nicht kannte und keine Kinder geboren hat? Das ist in meinen Augen wirklich kein feministischer Ansatz.
Was die Autorin auf jeden Fall geschafft hat ist eine sehr beklemmende Atmosphäre zu schaffen und sehr viele Fragen zu stellen, für die sich die Leserin Antworten überlegt.
Ich habe auf jeden Fall mit gefiebert und wurde emotional abgeholt, zu sehr sogar, denn ich musste auch eine emotionale Pause einlegen.
Einiges zum Ende hin war für mich jedoch leider nicht stimmig. Zum Beispiel konnte bis zum Ende nicht glaubwürdig erklärt werden, wie sie so sprachgewandt werden konnte und Dinge richtig bezeichnen konnte, die sie niemals gesehen hatte und vielleicht einmal zufällig irgendwann von ihren Gefährtinnen erwähnt wurden.
Ich hatte nicht erwartet Antworten für die Lage der Protagonistinnen zu erhalten, doch ich hoffe sehr, dass die Autorin sich welche überlegt hatte. Die Bücher, die auf diesem Planeten zur Verfügung standen, sollten mit Sicherheit ein Hinweis sein.
Alles in Allem fand ich das Buch wirklich nicht schlecht, kann aber den Hype wie gesagt nicht so ganz verstehen und hatte so meine Schwierigkeiten mit einigen Dingen, trotzdem war das Buch sehr emotional, spannend und eine sehr interessante psychologische Menschenbeobachtung. Es hat mir sehr gut gefallen zu beobachten, was die Frauen und vor allem die Protagonistin sich alles aneignen, was das junge Mädchen durch das Aufwachsen im Kellergefängnis alles nicht kennt, am meisten berührt hat mich dabei, dass sie noch ihr Spiegelbild gesehen hat und nicht weiß wie sie eigentlich aussieht.
Ich fand es auch sehr schön, dass sie, da sie mit Gefühlen nicht so viel anfangen konnte, wie die anderen, das Erlösen der Kranken übernimmt.

Ich würde das Buch weiter empfehlen, aber dazu raten nicht zu hohe Erwartungen zu haben.