Grandios!
Ich habe kein TikTok, bin aber ehrlich froh, dass Leser:innen mithilfe der Plattform dieses grandiose Buch wieder aus der Versenkung geholt haben. 1995 wurde der Roman der belgischen Autorin Jacqueline Harpman erstmals veröffentlicht. Die englische Übersetzung (mein Französisch reicht leider nicht mehr für ganze Romane) hat mich letztes Jahr schon regelrecht umgehauen und ich find’s großartig, dass nun auch eine deutsche Version erscheint.
Dystopien sind nach meiner Masterarbeit sozusagen mein Fachgebiet. Nachdem jahrelang gefühlt jede:r einen dystopischen Roman schreiben und veröffentlichen wollte, war aber leider auch entsprechend viel Mittelmaß dabei. Ich habe also wirklich enttäuschende Werke aus dem Genre gelesen und war eine Zeit lang beinahe übersättigt.
„Ich, die ich Männer nicht kannte“ hat meine Lust auf Dystopien wieder geweckt, so gelungen ist der kurze Roman. Die Ausgangslage ist sofort beklemmend: Tief unter der Erde werden neununddreißig Frauen gefangen gehalten. Die Erinnerungen an ihr früheres Leben sind größtenteils verschwunden, sie leben ohne Zeitgefühl, bewacht von schweigenden Männern. Dann verschwinden eines Tages die Wachen, die Tür steht offen, die Freiheit scheint greifbar, aber keine weiß, was sie außerhalb des Käfigs erwarten wird Erzählt wird der Roman aus der Ich-Perspektive der Jüngsten unter ihnen, die nichts anderes kennt als Gefangenschaft.
Heraus kommt ein fantastischer dystopischer Roman. So schmal und trotzdem faszinierend nuanciert, vielschichtig und eindringlich. So viel psychologische Tiefe auf so wenigen Seiten. Harpmans Sprache ist poetisch und klar zugleich, und es ist einfach schön zu sehen, dass dieses beeindruckende Werk dank der Neuübersetzung nun noch einmal viele neue Leser:innen finden wird.
Dystopien sind nach meiner Masterarbeit sozusagen mein Fachgebiet. Nachdem jahrelang gefühlt jede:r einen dystopischen Roman schreiben und veröffentlichen wollte, war aber leider auch entsprechend viel Mittelmaß dabei. Ich habe also wirklich enttäuschende Werke aus dem Genre gelesen und war eine Zeit lang beinahe übersättigt.
„Ich, die ich Männer nicht kannte“ hat meine Lust auf Dystopien wieder geweckt, so gelungen ist der kurze Roman. Die Ausgangslage ist sofort beklemmend: Tief unter der Erde werden neununddreißig Frauen gefangen gehalten. Die Erinnerungen an ihr früheres Leben sind größtenteils verschwunden, sie leben ohne Zeitgefühl, bewacht von schweigenden Männern. Dann verschwinden eines Tages die Wachen, die Tür steht offen, die Freiheit scheint greifbar, aber keine weiß, was sie außerhalb des Käfigs erwarten wird Erzählt wird der Roman aus der Ich-Perspektive der Jüngsten unter ihnen, die nichts anderes kennt als Gefangenschaft.
Heraus kommt ein fantastischer dystopischer Roman. So schmal und trotzdem faszinierend nuanciert, vielschichtig und eindringlich. So viel psychologische Tiefe auf so wenigen Seiten. Harpmans Sprache ist poetisch und klar zugleich, und es ist einfach schön zu sehen, dass dieses beeindruckende Werk dank der Neuübersetzung nun noch einmal viele neue Leser:innen finden wird.