Herausragender feministischer Klassiker!
Unbezahlte Werbung, danke an @vorablesen.de für das Rezensionsexemplar. Meine Rezension wurde davon unabhängig erstellt. „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman erscheint am 14.03.2026 bei @klettcottaverlag.
Die Handlung des nur 224 Seiten starken Romans setzt abrupt ein: Vierzig Frauen werden in einem unterirdischen Gefängnis von sechs männlichen Aufsehern bewacht, bis ein Alarm diese in Panik flüchten lässt. Durch die laufende Essensausgabe steckt der Schlüssel und die Frauen können an die Oberfläche fliehen. Dort ist alles anders, als sie es in Erinnerung haben. Die jahrelange Gefangenschaft hat sie Zeitgefühl und konkrete Erinnerungen verlieren lassen. Die namenlose Ich-Erzählerin, die als jüngste der Frauen nichts außer dem Leben in Gefangenschaft kennt, geht voraus und erkundet die neue Welt.
Der Roman ging in seiner Klarheit und erzählerischen Wucht durch mich durch wie ein heißes Messer durch Butter. Auch Tage später hat mich die Erzählung nicht losgelassen. Was für eine außerordentliche (Lese-)Erfahrung! Der Roman wird mit „Der Report der Magd“ und mit „Die Wand“ verglichen, beides Lebenshighlights für mich. Die Ähnlichkeiten mit „Die Wand“ ist auffällig. Ein außergewöhnliches Ereignis setzt die Ich-Erzählung in Gang, im Mittelpunkt jeweils die Erzählperspektive einer Frau. Anfangs war ich furchtbar neugierig auf das Warum, was steckt hinter der Wand bzw. dem unterirdischen Gefängnis? Im Laufe der Lektüre wurde mir das aber völlig egal. Wie handeln und denken Frauen, wenn kein männlich geprägtes Korrektiv ihre Handlung beeinflusst?
Nach totaler Überwachung und Kontrolle und dem damit einhergehenden Identitätsverlust, die Ich-Erzählerin hat nicht einmal einen Namen, hat mich ihre innere Kraft, eine eigene Identität zu finden, beeindruckt:
„Trotzdem war ich fasziniert von meinem Anblick und verbrachte viele Stunden damit, mich im Spiegel zu betrachten. Ich lernte mein Gesicht kennen. Zum ersten Mal sah ich seine Ausdrücke, mein Lächeln, meine ernste oder besorgte Miene und dachte dabei: Das bin also ich.“
Ich kann kaum glauben, dass ich von diesem Buch und der Autorin vorher noch nie etwas gehört habe. Die Schlagworte, die den Roman beschreiben, bilden zu einhundert Prozent mein Beuteschema: Science-Fiction, Dystopie, feministischer Klassiker. Die belgische Autorin und Psychoanalytikerin Jacqueline Harpman, 2012 im Alter von 83 Jahren verstorben, veröffentlichte den Roman bereits 1995 (im Original: Moi qui n’ai pas connu les hommes). 2025 avancierte die englische Übersetzung „I Who Have Never Known Man“ in den USA zur BookTok-Sensation. Die Welle schwappt nun zu uns nach Deutschland, und das völlig zurecht!
„Ich, die ich Männer nicht kannte“ steht jetzt in meinem Bücherregal neben „Der Report der Magd“ und „Die Wand“. Große Empfehlung!
Die Handlung des nur 224 Seiten starken Romans setzt abrupt ein: Vierzig Frauen werden in einem unterirdischen Gefängnis von sechs männlichen Aufsehern bewacht, bis ein Alarm diese in Panik flüchten lässt. Durch die laufende Essensausgabe steckt der Schlüssel und die Frauen können an die Oberfläche fliehen. Dort ist alles anders, als sie es in Erinnerung haben. Die jahrelange Gefangenschaft hat sie Zeitgefühl und konkrete Erinnerungen verlieren lassen. Die namenlose Ich-Erzählerin, die als jüngste der Frauen nichts außer dem Leben in Gefangenschaft kennt, geht voraus und erkundet die neue Welt.
Der Roman ging in seiner Klarheit und erzählerischen Wucht durch mich durch wie ein heißes Messer durch Butter. Auch Tage später hat mich die Erzählung nicht losgelassen. Was für eine außerordentliche (Lese-)Erfahrung! Der Roman wird mit „Der Report der Magd“ und mit „Die Wand“ verglichen, beides Lebenshighlights für mich. Die Ähnlichkeiten mit „Die Wand“ ist auffällig. Ein außergewöhnliches Ereignis setzt die Ich-Erzählung in Gang, im Mittelpunkt jeweils die Erzählperspektive einer Frau. Anfangs war ich furchtbar neugierig auf das Warum, was steckt hinter der Wand bzw. dem unterirdischen Gefängnis? Im Laufe der Lektüre wurde mir das aber völlig egal. Wie handeln und denken Frauen, wenn kein männlich geprägtes Korrektiv ihre Handlung beeinflusst?
Nach totaler Überwachung und Kontrolle und dem damit einhergehenden Identitätsverlust, die Ich-Erzählerin hat nicht einmal einen Namen, hat mich ihre innere Kraft, eine eigene Identität zu finden, beeindruckt:
„Trotzdem war ich fasziniert von meinem Anblick und verbrachte viele Stunden damit, mich im Spiegel zu betrachten. Ich lernte mein Gesicht kennen. Zum ersten Mal sah ich seine Ausdrücke, mein Lächeln, meine ernste oder besorgte Miene und dachte dabei: Das bin also ich.“
Ich kann kaum glauben, dass ich von diesem Buch und der Autorin vorher noch nie etwas gehört habe. Die Schlagworte, die den Roman beschreiben, bilden zu einhundert Prozent mein Beuteschema: Science-Fiction, Dystopie, feministischer Klassiker. Die belgische Autorin und Psychoanalytikerin Jacqueline Harpman, 2012 im Alter von 83 Jahren verstorben, veröffentlichte den Roman bereits 1995 (im Original: Moi qui n’ai pas connu les hommes). 2025 avancierte die englische Übersetzung „I Who Have Never Known Man“ in den USA zur BookTok-Sensation. Die Welle schwappt nun zu uns nach Deutschland, und das völlig zurecht!
„Ich, die ich Männer nicht kannte“ steht jetzt in meinem Bücherregal neben „Der Report der Magd“ und „Die Wand“. Große Empfehlung!