Imposant

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xxnickixx Avatar

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In dem Roman werden 39 Frauen und ein jüngeres Mädchen in einem unterirdischen Gefängnis von Männern gefangen gehalten. Das Mädchen kennt kein anderes Leben und die Frauen haben nur noch vage Erinnerungen an ihr Leben davor.
Während der Roman gleichzeitig mit einem literarischen Schreibstil auftrumpft, ist er doch wenig komplex, sodass er auch die breite Masse anspricht. Mich hat es sehr bewegt, von dem Mädchen zu lesen, das anders als die anderen ist, ihre Periode nicht bekommen hat, in der Entwicklung zur Frau gestoppt ist und vor allem aber Fragen über das Leben stellt. Ganz anders als die Frauen, die des Lebens ohnmächtig sind, hat das Mädchen den Willen zur Handlungsfähigkeit noch nicht verloren.
Hier werden viele wichtige Themen und philosophische Fragestellungen angesprochen, wie beispielsweise, ob Sterbehilfe vertretbar ist und ob dieses Leben überhaupt lebenswert ist.
In der Mitte gab es einen Teil, der mir zu emotionslos und beschreibend blieb. Diese Stell wirkte für mich wie ein Lückenfüller bei dem sonst so imposanten Schreibstil.
Wer eine Geschichte zum Nachdenken sucht, ist hier genau richtig. Große Handlungssprünge darf man aber nicht erwarten.