Intensiv und brutal, leider aber auch unlogisch und falsch beworben
Ich, die ich die Männer nicht kannte
von Jaqueline Harpman
neu übersetzt von Luca Homburg
für den Klett-Cotta Verlag
224 Seiten
Hörbuch SAGA Egmont
gesprochen von Vera Teltz
6 Stunden 26 Minuten
Ich liebe Dystopien und die Inhaltsangabe hat mich neugierig gemacht. Erst konnte ich widerstehen, aber dann fand ich heraus, dass Vera Teltz, eine meiner absoluten Lieblingssprecherinnen, das Hörbuch eingelesen hat.
Der Roman selbst wurde bereits 1995 in Frankreich veröffentlicht und als deutsche Ausgabe von Maria Buchwald übersetzt in 1997 erschienen.
40 Frauen, gefangen gehalten in einem Keller. Die jüngste davon wird “Die Kleine” genannt und ist die einzige, die im Kindesalter mit in dem Käfig ist.
Sie erzählt die Geschichte in der Ich-Form. Sie fühlt sich nicht zugehörig und wenn die anderen Frauen von der Welt draußen erzählen, kann sie sich nichts darunter vorstellen. Sie werden von männlichen Wärtern bewacht und mit Essen und Wasser versorgt und sie müssen sich dem vorgegebenen Rhythmus und den Regeln beugen. Die Frauen werden ständig beobachtet und wenn sie etwas tun, was gegen die Regeln verstößt, wie z.B. sich zu umarmen knallt die Peitsche. Sie wissen nicht warum sie hier sind und was genau passier ist.
Wie wird ein Kind, wenn es in einem Käfig aufwächst und nie Nähe spüren kann? Doch sie kennt es nicht anders und als eines Tages die Käfigtüren aufgehen eröffnet sich ihr eine ganz neue Welt. Doch sie gleicht nicht der Welt, über die die Frauen erzählt haben.
Nachdem ich das Hörbuch beendet hatte, habe ich mich gefragt, wieso es so ein Hype ist.: Verglichen wird es mit “Handmaids Tale” und “Die Wand” und als feministisch eingestuft, in der neuen Übersetzung von Luca Homburg.
Ich kann die Vergleiche und Einstufung nicht nachvollziehen.
Denn mit Feminismus hat das Buch gar nichts zu tun, was im Laufe der Geschichte auch deutlich wird.
Denn die Übersetzungen unterscheiden sich anscheinend doch sehr in der Wortwahl und somit dem Ton des ganzen Buches. In der alten Fassung wird auch nicht der Begriff “Männer” sondern “Menschen” gewählt, was ich wesentlich passender finde. D.h. ich werde versuchen das Buch in der alten Fassung zu ergattern.
Die Stimmung des Buches ist düster und intensiv. Ich habe Vera Teltz, wie immer, sehr gerne zugehört. Die Story ist ruhig und doch brutal. Leider gab es aber auch viele Wiederholungen von Szenen und ich habe eine Logik hinter dem ganzen vermisst. Selbst wenn man verschiedene Szenarien durchgeht, erscheint irgendetwas dann immer unlogisch, selbst für eine Dystopie / Science Fiction Roman.
Fazit: Ich mochte die Erzählweise und die Stimmung des Romans, den Hype und die Vergleiche kann ich jedoch nicht verstehen und ich glaube man hat versucht auf eine gerade herrschende Welle aufzuspringen.
von Jaqueline Harpman
neu übersetzt von Luca Homburg
für den Klett-Cotta Verlag
224 Seiten
Hörbuch SAGA Egmont
gesprochen von Vera Teltz
6 Stunden 26 Minuten
Ich liebe Dystopien und die Inhaltsangabe hat mich neugierig gemacht. Erst konnte ich widerstehen, aber dann fand ich heraus, dass Vera Teltz, eine meiner absoluten Lieblingssprecherinnen, das Hörbuch eingelesen hat.
Der Roman selbst wurde bereits 1995 in Frankreich veröffentlicht und als deutsche Ausgabe von Maria Buchwald übersetzt in 1997 erschienen.
40 Frauen, gefangen gehalten in einem Keller. Die jüngste davon wird “Die Kleine” genannt und ist die einzige, die im Kindesalter mit in dem Käfig ist.
Sie erzählt die Geschichte in der Ich-Form. Sie fühlt sich nicht zugehörig und wenn die anderen Frauen von der Welt draußen erzählen, kann sie sich nichts darunter vorstellen. Sie werden von männlichen Wärtern bewacht und mit Essen und Wasser versorgt und sie müssen sich dem vorgegebenen Rhythmus und den Regeln beugen. Die Frauen werden ständig beobachtet und wenn sie etwas tun, was gegen die Regeln verstößt, wie z.B. sich zu umarmen knallt die Peitsche. Sie wissen nicht warum sie hier sind und was genau passier ist.
Wie wird ein Kind, wenn es in einem Käfig aufwächst und nie Nähe spüren kann? Doch sie kennt es nicht anders und als eines Tages die Käfigtüren aufgehen eröffnet sich ihr eine ganz neue Welt. Doch sie gleicht nicht der Welt, über die die Frauen erzählt haben.
Nachdem ich das Hörbuch beendet hatte, habe ich mich gefragt, wieso es so ein Hype ist.: Verglichen wird es mit “Handmaids Tale” und “Die Wand” und als feministisch eingestuft, in der neuen Übersetzung von Luca Homburg.
Ich kann die Vergleiche und Einstufung nicht nachvollziehen.
Denn mit Feminismus hat das Buch gar nichts zu tun, was im Laufe der Geschichte auch deutlich wird.
Denn die Übersetzungen unterscheiden sich anscheinend doch sehr in der Wortwahl und somit dem Ton des ganzen Buches. In der alten Fassung wird auch nicht der Begriff “Männer” sondern “Menschen” gewählt, was ich wesentlich passender finde. D.h. ich werde versuchen das Buch in der alten Fassung zu ergattern.
Die Stimmung des Buches ist düster und intensiv. Ich habe Vera Teltz, wie immer, sehr gerne zugehört. Die Story ist ruhig und doch brutal. Leider gab es aber auch viele Wiederholungen von Szenen und ich habe eine Logik hinter dem ganzen vermisst. Selbst wenn man verschiedene Szenarien durchgeht, erscheint irgendetwas dann immer unlogisch, selbst für eine Dystopie / Science Fiction Roman.
Fazit: Ich mochte die Erzählweise und die Stimmung des Romans, den Hype und die Vergleiche kann ich jedoch nicht verstehen und ich glaube man hat versucht auf eine gerade herrschende Welle aufzuspringen.