Konnte mich direkt erreichen
Mit "Ich, die ich Männer nicht kannte" liegt ein ganz besonderer Roman der Schriftstellerin Jacqueline Harpman vor. Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht eine 15-jährige Ich-Erzählerin, die zusammen mit 39 anderen Frauen in einem unterirdischen Gefängnis grefangen gehalten wird und nichts von der Zeit vor dem Käfig weiß, in dem alle untergebracht sind. Als dann eines Tages die Wärter verschwinden und die 40 Frauen sich befreien können, beginnt für diese Gruppe die Suche nach Nahrung, Unterkunft und vor allem anderen Menschen. Atmosphärisch dicht beschreibt die Autorin die Entwicklung der Ich-Erzählerin, ihre Suche nach Freiheit, aber auch Verbundenheit und ihren Wunsch, ganz viel von der Welt ergründen zu wollen. Es ist eine Geschichte über Mut, über Wissensdurst, über Selbstständigkeit und über Stolz. Die Schreibweise des Buches und die geniale Umsetztung im Hörbuch durch Vera Teltz konnte mich direkt packen und innerlich berühren, so dass ich immer mal wieder Pausen machen musste, um über das Gehörte nachzusinnen. Von meiner Seite her eine klare Empfehlung.