Menschsein in der Dystopie
Ich war skeptisch, doch den begeisterten Stimmen konnte ich mich nicht entziehen.
40 Frauen sind in einem Raum unter der Erde gefangen. Sie sehen nur ihre drei Wachen, die im Schichtwechsel rotieren, aber nicht mit ihnen sprechen. Sie dürfen sich nicht untereinander berühren. Sie kennen keine Zeit, sie haben kein Tageslicht. Die bekommen Nahrung, aber sonst nichts. Die Ich-Erzählerin ist die Jüngste, ein Teenager zu der Zeit der Gefangenschaft. Sie kennt viele Wörter nicht, hat wenig Bildung. Sie hat kein Leben vor der Gefangenschaft gekannt. Die anderen Frauen haben sich in ihr Schicksal ergeben, doch in ihr wachsen Fragen. Gibt es einen Ausweg? Gibt es da draussen noch etwas anderes?
Zeit ist anders in der Postapokalypse. Wahrnehmung ist anders. Fragen werden unwichtig. Unsere Maßstäbe verschwimmen, weil nichts mehr zählt, was die Frauen erinnern. Harpman stellt in diesem isolierten Raum zentrale Elemente des Menschseins ins Rampenlicht.
Was macht Menschen aus? Sind wir noch Menschen, wenn wir nicht sprechen? Sind wir sozialisiert auch ohne Berührung, emotionale Nähe oder Zärtlichkeit? Wie formt uns das kollektive Gedächtnis? Ist Wahrheit wichtig und können wir selbst in dieser menschenverachtenden Umgebung Verantwortung übernehmen? Wer sind wir ohne unser Umfeld, das uns permanent reflektiert? Wer sind wir allein?
Ein weiterer Hit zum Ende eines großartigen Bücherjahres. @the_female_reader hat Parallelen zu Die Wand von Marlen Haushofer und Der Report der Magd von Margaret Atwood erkannt, ich sehe auch sehr viel von VOX von Christina Dalcher darin. Ein Roman um Werte, Frauenrechte, weibliche Stärke, Solidarität, Gemeinschaft und die Kraft der Sprache und des Geistes. Ohne Sprache ist alles nichts.
Lest den Roman! Er gewinnt wieder an Bedeutung. Die Verkaufszahlen steigen. Also los! J
40 Frauen sind in einem Raum unter der Erde gefangen. Sie sehen nur ihre drei Wachen, die im Schichtwechsel rotieren, aber nicht mit ihnen sprechen. Sie dürfen sich nicht untereinander berühren. Sie kennen keine Zeit, sie haben kein Tageslicht. Die bekommen Nahrung, aber sonst nichts. Die Ich-Erzählerin ist die Jüngste, ein Teenager zu der Zeit der Gefangenschaft. Sie kennt viele Wörter nicht, hat wenig Bildung. Sie hat kein Leben vor der Gefangenschaft gekannt. Die anderen Frauen haben sich in ihr Schicksal ergeben, doch in ihr wachsen Fragen. Gibt es einen Ausweg? Gibt es da draussen noch etwas anderes?
Zeit ist anders in der Postapokalypse. Wahrnehmung ist anders. Fragen werden unwichtig. Unsere Maßstäbe verschwimmen, weil nichts mehr zählt, was die Frauen erinnern. Harpman stellt in diesem isolierten Raum zentrale Elemente des Menschseins ins Rampenlicht.
Was macht Menschen aus? Sind wir noch Menschen, wenn wir nicht sprechen? Sind wir sozialisiert auch ohne Berührung, emotionale Nähe oder Zärtlichkeit? Wie formt uns das kollektive Gedächtnis? Ist Wahrheit wichtig und können wir selbst in dieser menschenverachtenden Umgebung Verantwortung übernehmen? Wer sind wir ohne unser Umfeld, das uns permanent reflektiert? Wer sind wir allein?
Ein weiterer Hit zum Ende eines großartigen Bücherjahres. @the_female_reader hat Parallelen zu Die Wand von Marlen Haushofer und Der Report der Magd von Margaret Atwood erkannt, ich sehe auch sehr viel von VOX von Christina Dalcher darin. Ein Roman um Werte, Frauenrechte, weibliche Stärke, Solidarität, Gemeinschaft und die Kraft der Sprache und des Geistes. Ohne Sprache ist alles nichts.
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