my kind of feministische Dystopie
Schon vor drei Jahrzehnten schrieb die belgische Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Jacqueline Harpman ihr Buch "Ich, die ich Männer nicht kannte" und einen BookTok-Hype später wird es nun endlich auch im Deutschen neu entdeckt. Es wird mit Klassikern wie "Die Wand" und "Report der Magd" verglichen, diesem Vergleich hält es stand und ich muss sogar sagen: das hier ist my kind of feministische Dystopie, das hier berührt existenzielle Fragen, die bei mir direkt andocken und mir seitdem im Kopf herumschwirren.
Alles, was ihr über den Inhalt wissen müsst, ist dies: Unter der Erde werden in einem Käfig 40 Frauen festgehalten, eine von ihnen, die Erzählerin, noch ein Kind. Niemand von ihnen weiß, wie sie dorthin kamen, wer sie gefangen hält oder warum.
Ich war gebannt, von Beginn an, und hab ich beim Lesen den Atem angehalten? Harpman schreibt präzise, ich sehe jede Szene vor mir als ob es gestern war. Sie setzt uns eine Protagonistin vor, die sich mit unvergleichlicher Unnachgiebigkeit ihrer Umwelt stellt und ihr gleichzeitig immer wieder mit Neugier begegnet. Unverwüstlich ist sie, ein rebellisches Mädchen, das irgendwann anfängt, ihren Herzschlag zu zählen, um sich und den Frauen ein Zeitgefühl zurück zu erobern und damit etwas zutiefst Menschliches. Was macht Menschlichkeit aus? Was Zivilisation? Was sind die wichtigsten Regeln unseres Zusammenlebens und wenn es keine mehr gibt, gibt es dann trotzdem noch Kooperation?
Alles wird hier auf Null gesetzt. Das ICH-Sein, die Zeit, die Scham, die Einsamkeit. Was kann der Kopf aushalten, wie anpassungsfähig ist der Mensch? Gibt es Sinn in einer Welt, auf die man sich keinen Reim machen kann? In der es nicht um Antworten gehen kann, sondern in der man schon froh sein muss, wenn man noch eine weitere Frage hinzu bekommt. Kurz hofft man zwischendurch, doch das fore-shadowing der Erzählerin kennt seinen Einsatz. Das Unerklärliche ist die große Leerstelle in diesem Roman, die das Buch für mich jedoch nur noch stärker macht. Ein großes Buch, ich werde es sicher nochmal lesen, am liebsten jetzt sofort.
Alles, was ihr über den Inhalt wissen müsst, ist dies: Unter der Erde werden in einem Käfig 40 Frauen festgehalten, eine von ihnen, die Erzählerin, noch ein Kind. Niemand von ihnen weiß, wie sie dorthin kamen, wer sie gefangen hält oder warum.
Ich war gebannt, von Beginn an, und hab ich beim Lesen den Atem angehalten? Harpman schreibt präzise, ich sehe jede Szene vor mir als ob es gestern war. Sie setzt uns eine Protagonistin vor, die sich mit unvergleichlicher Unnachgiebigkeit ihrer Umwelt stellt und ihr gleichzeitig immer wieder mit Neugier begegnet. Unverwüstlich ist sie, ein rebellisches Mädchen, das irgendwann anfängt, ihren Herzschlag zu zählen, um sich und den Frauen ein Zeitgefühl zurück zu erobern und damit etwas zutiefst Menschliches. Was macht Menschlichkeit aus? Was Zivilisation? Was sind die wichtigsten Regeln unseres Zusammenlebens und wenn es keine mehr gibt, gibt es dann trotzdem noch Kooperation?
Alles wird hier auf Null gesetzt. Das ICH-Sein, die Zeit, die Scham, die Einsamkeit. Was kann der Kopf aushalten, wie anpassungsfähig ist der Mensch? Gibt es Sinn in einer Welt, auf die man sich keinen Reim machen kann? In der es nicht um Antworten gehen kann, sondern in der man schon froh sein muss, wenn man noch eine weitere Frage hinzu bekommt. Kurz hofft man zwischendurch, doch das fore-shadowing der Erzählerin kennt seinen Einsatz. Das Unerklärliche ist die große Leerstelle in diesem Roman, die das Buch für mich jedoch nur noch stärker macht. Ein großes Buch, ich werde es sicher nochmal lesen, am liebsten jetzt sofort.