Radikale Einsamkeit als Erkenntnisraum
Was für ein ansprechender Klappentext und ein (für mich) dazu sehr passendes Cover in dunklen Farben, welche perfekt zur Stimmung des Romans passen. Ich habe „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman als einen verstörenden und zugleich faszinierenden Roman gelesen. In der kargen, beinahe zeitlosen Welt entfaltet sich eine Geschichte, die weniger von Handlung als von existenziellen Fragen lebt. Besonders beeindruckt hat mich die klare, reduzierte Sprache, die die Isolation der Erzählerin eindringlich spürbar macht. Harpman gelingt es, grundlegende Themen wie Identität, Freiheit und Menschlichkeit mit großer Intensität zu verhandeln. Ein ungewöhnlicher, fordernder Roman, der lange nachwirkt und sich einfachen Deutungen entzieht. Für mich ein herausragendes Leseerlebnis, fünf von fünf Sternen.