Roman mit großer Wucht
Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman hat mich wirklich begeistert. Obwohl der Roman so ruhig und reduziert erzählt ist, entwickelt er eine enorme Sogwirkung – ich konnte kaum aufhören zu lesen. Die klare, knappe Sprache trifft genau ins Schwarze, und zwischen den Zeilen steckt unglaublich viel. Besonders fasziniert hat mich, wie das Buch große Fragen nach Identität, Erinnerung und Frausein stellt, ohne je belehrend zu wirken. Stattdessen entsteht eine ganz eigene, leicht unheimliche Atmosphäre, die lange nachklingt. Für mich ein intensives, kluges und sehr berührendes Leseerlebnis, das zeigt, wie viel Kraft in einem so schmalen Roman stecken kann. Ein Buch, das leise wirkt und gerade dadurch umso stärker unter die Haut geht und noch lange nach dem Lesen beschäftigt und nachhallt – wirklich richtig gut!