Sehr kritisch

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tucan Avatar

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Das Buch „Ich, die ich Männer nicht kannte“ von Jacqueline Harpman hat mich vom Thema sehr interessiert.
Als ich das Buch angefangen habe zu lesen hatte ich gemischte Gefühle. Die Idee , fand ich sehr spannend, Frauen werden ohne Erklärung gefangen gehalten und müssen später in einer scheinbar verlassenen Welt überleben.
Das klang für mich nach einer intensiven und vielleicht auch spannenden Geschichte.
Beim Lesen habe ich jedoch gemerkt, dass das Buch ganz anders ist, als ich erwartet hatte.
Es passiert nicht besonders viel, und die Handlung ist sehr ruhig. Die Erzählerin bleibt namenlos und beschreibt vieles sehr sachlich. Dadurch konnte ich ihre Gefühle oft nicht richtig nachempfinden. Mir fehlte etwas mehr Emotion und Spannung.
Gleichzeitig fand ich einige Gedanken im Buch interessant. Besonders die Fragen nach Identität, Menschlichkeit und Gesellschaft regen zum Nachdenken an. Das Buch hat also durchaus Tiefgang, auch wenn es nicht sehr mitreißend geschrieben ist.
Manche offenen Fragen haben mich allerdings gestört, weil ich mir mehr Erklärungen gewünscht hätte. Das Ende hat mich nicht ganz zufriedengestellt.
Leider kann ich dem Buch nur 3 Stetne geben. Die Idee und die philosophischen Ansätze sind gut, aber die Umsetzung war für mich teilweise zu distanziert und wenig spannend. Es ist kein schlechtes Buch, aber auch keines, das mich vollkommen überzeugt hat.