Sonderbar (im besten Sinne) und absolut fesselnd!

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Ein dystopisches Szenario: 40 Frauen werden seit Jahren in einem unterirdischen Käfig gefangen gehalten, bewacht von schweigenden Männern, sie kennen den Grund für ihre Gefangenschaft nicht. An sich schon crazy, war das Buch für mich vor allem durch die Erzählperspektive besonders. Eine der Frauen kam als Baby in den Käfig, hat also keine „Vergangenheit“ bzw. Erinnerungen an die alte Zeit. Das wird vor allem dann spannend, als die Frauen eines Tages fliehen können und sich in der Außenwelt (die definitiv nicht mehr so ist wie vorher) neu arrangieren müssen. Denn die Erzählerin blickt aus einer Außenseiterperspektive auf die anderen, die versuchen, an Erinnerungen und alte Strukturen anzuknüpfen. Dadurch entsteht ein wirklich einzigartiges Gedankenspiel über das (Zusammen-)Leben, über Identität, Gemeinschaft und Menschlichkeit. Das Buch wirft viele Fragen auf und gibt nicht allzu viele Antworten. Das muss man mögen, ich fand es überraschend gut. Empfehlung für alle, die Bock auf ein etwas sonderbares, aber sehr fesselndes Buch haben, das zum Nachdenken anregt.