Verloren in der Ungewissheit
Meine Meinung
"Ich, die ich Männer nicht kannte" hat mich zu Beginn an super neugierig gemacht, aber am Ende nicht wirklich überzeugt. Die Grundidee – eine namenlose Erzählerin, eingesperrt mit anderen Frauen in einem unterirdischen Raum, abgeschnitten von der Welt – fand ich zunächst stark und atmosphärisch dicht. Die Kargheit der Situation, die völlige Orientierungslosigkeit und das Fehlen jeder Erklärung haben bei mir anfangs eine beklemmende Spannung erzeugt. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass diese Ausgangslage für mich nicht genug trägt.
Die Welt außerhalb des Käfigs, die später eine Rolle spielt, wirkte auf mich eher schemenhaft als faszinierend.
In meinem Kopf Fragen über Fragen (Wohin sind die Männer, warum hat das "Experiment stattgefunden usw.).
Auch das Tempo empfand ich als sehr zäh. Die langen Passagen der Wiederholung, der Stille, der inneren Monologe haben mich irgendwann eher ermüdet als hineingezogen. Ich hätte mir mehr Entwicklung erwartet und am Ende des Buches war es als hätte ich auf was gewartet, das nicht kam.
Kurzum, tolle Grundidee, super Start, gute Atmosphäre, jedoch zu wenig Entwicklung, zu viel Unvollständigkeit und Distanz....
Über die Autorin
Jacqueline Harpman, 1929 in Etterbeek, Belgien, geboren, ist eine der großen Stimmen der französischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Ihre Familie musste vor den Nationalsozialisten nach Casablanca fliehen und konnte erst nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehren. Nach einem Studium der französischen Literatur begann sie eine Ausbildung zur Ärztin, die sie jedoch aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung nicht abschließen konnte, und wandte sich dem Schreiben zu. Im Jahr 1980 machte sie ihren Abschluss als Psychoanalytikerin. Harpman schrieb über 15 Romane und gewann zahlreiche Literaturpreise.
Quelle: Verlag / vlb
"Ich, die ich Männer nicht kannte" hat mich zu Beginn an super neugierig gemacht, aber am Ende nicht wirklich überzeugt. Die Grundidee – eine namenlose Erzählerin, eingesperrt mit anderen Frauen in einem unterirdischen Raum, abgeschnitten von der Welt – fand ich zunächst stark und atmosphärisch dicht. Die Kargheit der Situation, die völlige Orientierungslosigkeit und das Fehlen jeder Erklärung haben bei mir anfangs eine beklemmende Spannung erzeugt. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass diese Ausgangslage für mich nicht genug trägt.
Die Welt außerhalb des Käfigs, die später eine Rolle spielt, wirkte auf mich eher schemenhaft als faszinierend.
In meinem Kopf Fragen über Fragen (Wohin sind die Männer, warum hat das "Experiment stattgefunden usw.).
Auch das Tempo empfand ich als sehr zäh. Die langen Passagen der Wiederholung, der Stille, der inneren Monologe haben mich irgendwann eher ermüdet als hineingezogen. Ich hätte mir mehr Entwicklung erwartet und am Ende des Buches war es als hätte ich auf was gewartet, das nicht kam.
Kurzum, tolle Grundidee, super Start, gute Atmosphäre, jedoch zu wenig Entwicklung, zu viel Unvollständigkeit und Distanz....
Über die Autorin
Jacqueline Harpman, 1929 in Etterbeek, Belgien, geboren, ist eine der großen Stimmen der französischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Ihre Familie musste vor den Nationalsozialisten nach Casablanca fliehen und konnte erst nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehren. Nach einem Studium der französischen Literatur begann sie eine Ausbildung zur Ärztin, die sie jedoch aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung nicht abschließen konnte, und wandte sich dem Schreiben zu. Im Jahr 1980 machte sie ihren Abschluss als Psychoanalytikerin. Harpman schrieb über 15 Romane und gewann zahlreiche Literaturpreise.
Quelle: Verlag / vlb