„Warum sind wir eigentlich hier?“
Vierzig Frauen befinden sich in einem Kellergewölbe. Durch einen Zaun sind sie von Männern getrennt, die Wärter. Nachts legen sie ihre vierzig Matratzen auf den Boden, um schlafen zu können. Und so geht es jeden Tag weiter. Bis sie einen Ausweg finden.
Jacqueline Harpmans 1995 erschienener Roman könnte sich nach der knappsten Inhaltszusammenfassung in der Teenager-Dystopie-Abteilung wiederfinden. Die Autorin hätte es reißerischer schreiben können, als actiongeladene Version voller Kämpfe, Geheimnisse und Intrigen. All das ist „Ich, die ich Männer nicht kannte“ nicht. Der Roman ist beinahe eine philosophische Abhandlung über Einsamkeit, die Rolle in der Gesellschaft und Zivilisation (ähnlich wie „Die Wand“ von Marlen Haushofer). Die Handlung spielt sich in der Gedankenwelt der jüngsten Frau ab. Sie denkt anders als ihre Mitgefangenen. Durch sie erlernen wir beim Lesen das Zählen, Handwerken und Schreiben neu.
Das Buch geht selbstbewusst damit um, dass es keine Antworten auf die zentralen Fragen der Hauptfigur (und auch des Lesers) liefern kann. Und das muss es auch nicht. Enden können offen sein und zum Nachdenken anregen. Manche könnten behaupten „Du magst das Buch nicht, weil du es nicht verstanden hast“. Meiner Meinung nach muss man es auch nicht verstehen. Auf 224 Seiten sollen wir nur der namenlosen Erzählerin zuhören, sie auf einen jahrzehntelange Reise begleiten und dieses Gedankenspiel mitmachen. Es muss nicht immer alles auserzählt werden, um genossen werden zu können.
Jacqueline Harpmans 1995 erschienener Roman könnte sich nach der knappsten Inhaltszusammenfassung in der Teenager-Dystopie-Abteilung wiederfinden. Die Autorin hätte es reißerischer schreiben können, als actiongeladene Version voller Kämpfe, Geheimnisse und Intrigen. All das ist „Ich, die ich Männer nicht kannte“ nicht. Der Roman ist beinahe eine philosophische Abhandlung über Einsamkeit, die Rolle in der Gesellschaft und Zivilisation (ähnlich wie „Die Wand“ von Marlen Haushofer). Die Handlung spielt sich in der Gedankenwelt der jüngsten Frau ab. Sie denkt anders als ihre Mitgefangenen. Durch sie erlernen wir beim Lesen das Zählen, Handwerken und Schreiben neu.
Das Buch geht selbstbewusst damit um, dass es keine Antworten auf die zentralen Fragen der Hauptfigur (und auch des Lesers) liefern kann. Und das muss es auch nicht. Enden können offen sein und zum Nachdenken anregen. Manche könnten behaupten „Du magst das Buch nicht, weil du es nicht verstanden hast“. Meiner Meinung nach muss man es auch nicht verstehen. Auf 224 Seiten sollen wir nur der namenlosen Erzählerin zuhören, sie auf einen jahrzehntelange Reise begleiten und dieses Gedankenspiel mitmachen. Es muss nicht immer alles auserzählt werden, um genossen werden zu können.