Wo, wer und warum
Dieses Buch zu lesen, wirft viele Fragen auf. Es entfacht einen richtige Sog, spielt in einer gottverlassenen Gegend und beschreibt das langweilige Leben von 40 Frauen in einem Gefängnis tief unter der Erde. Während Tag und Nacht elektrisches Licht brennt, werden sie von drei Männern bewacht, die eines Tages plötzlich verschwinden; dabei aber zum Glück der Frauen die Käfigtür offen lassen So suchen die ihre "Freiheit" und irren in der ihnen unbekannten, einsamen Gegend mehr oder weniger hilflos umher.
Die namenlose Erzählerin ist die Jüngste unter ihnen. Sie kam schon als Kind hierher und kennt weder ihre Eltern noch die Heimat. Für sie sind die Erinnerungen der anderen Frauen Märchen:
„Du machst dir keine Vorstellung davon, wie das richtige Leben war – du kannst gar nicht begreifen, wie sinnentleert unseres hier ist.“
Dafür ist sie draußen in der „Freiheit“ die Mutigste von allen. Die Frauen wachsen in ihrem neuen, einsamen Leben immer stärker zusammen. Sie müssen nicht hungern, da sie genügend Vorräte zum Überleben finden. Allerdings machen ihnen das zunehmende Alter und diverse Krankheiten zu schaffen. Die Gruppe wird kleiner und die Erzählerin bleibt schließlich allein zurück.
Dieses Buch zu lesen ist ein Erlebnis. Es entwickelt trotz – oder gerade wegen – der vielen offenen Fragen einen starken Sog. Die unterschiedlichen Charaktere der Frauen sind sehr anschaulich dargestellt. Es zeigt nicht nur, wie Tatenlosigkeit einen Menschen deprimiert, sondern auch, wie viel Überlebensdrang trotz allem vorhanden ist. Die jetzt herausgekommene Neuübersetzung aus dem Französischen empfand ich als sehr angenehm zu lesen.
Die belgische Schriftstellerin Jacquelin Harpman (*1929 +2012) veröffentlichte diesen Roman 1995, zehn Jahre nach Margaret Atwoods „Der Report der Magd“, woran er mich beim Lesen entfernt erinnert hat. „Ich, die ich die Männer nicht kannte“ spielt in einer unbekannten Welt, die auf der Erde sein könnte - oder auf einem anderen Planeten, auf dem die Jahreszeiten nicht so ausgeprägt sind. Der Sinn, weshalb die Frauen im unterirdischen Gefängnis verharren müssen, bleibt offen – ebenso warum es in der Freiheit keinen anderen Menschen mehr gibt.
Die namenlose Erzählerin ist die Jüngste unter ihnen. Sie kam schon als Kind hierher und kennt weder ihre Eltern noch die Heimat. Für sie sind die Erinnerungen der anderen Frauen Märchen:
„Du machst dir keine Vorstellung davon, wie das richtige Leben war – du kannst gar nicht begreifen, wie sinnentleert unseres hier ist.“
Dafür ist sie draußen in der „Freiheit“ die Mutigste von allen. Die Frauen wachsen in ihrem neuen, einsamen Leben immer stärker zusammen. Sie müssen nicht hungern, da sie genügend Vorräte zum Überleben finden. Allerdings machen ihnen das zunehmende Alter und diverse Krankheiten zu schaffen. Die Gruppe wird kleiner und die Erzählerin bleibt schließlich allein zurück.
Dieses Buch zu lesen ist ein Erlebnis. Es entwickelt trotz – oder gerade wegen – der vielen offenen Fragen einen starken Sog. Die unterschiedlichen Charaktere der Frauen sind sehr anschaulich dargestellt. Es zeigt nicht nur, wie Tatenlosigkeit einen Menschen deprimiert, sondern auch, wie viel Überlebensdrang trotz allem vorhanden ist. Die jetzt herausgekommene Neuübersetzung aus dem Französischen empfand ich als sehr angenehm zu lesen.
Die belgische Schriftstellerin Jacquelin Harpman (*1929 +2012) veröffentlichte diesen Roman 1995, zehn Jahre nach Margaret Atwoods „Der Report der Magd“, woran er mich beim Lesen entfernt erinnert hat. „Ich, die ich die Männer nicht kannte“ spielt in einer unbekannten Welt, die auf der Erde sein könnte - oder auf einem anderen Planeten, auf dem die Jahreszeiten nicht so ausgeprägt sind. Der Sinn, weshalb die Frauen im unterirdischen Gefängnis verharren müssen, bleibt offen – ebenso warum es in der Freiheit keinen anderen Menschen mehr gibt.