Psychologie ohne Zeigefinger
Stefanie Stahl steigt in „Ich erklär das jetzt mal psychologisch“ direkt, humorvoll und angenehm selbstironisch ein. Schon die Frage nach dem „Hype um die Psyche“ beantwortet sie so klar, dass man sofort mitnickt. Mir gefällt, wie alltagsnah sie erklärt: Anna, die trotz Enttäuschungen an ihrem Partner festhält, und Max, den sein Job krank macht, wirken sehr greifbar. Auch die Anekdote vom Zucker, der wie Kaffee schmecken sollte, zeigt schön, wie stark unsere Erwartungen die Wahrnehmung prägen. Das Inhaltsverzeichnis mit 45 kurzen, in sich abgeschlossenen Kapiteln bringt viel Abwechslung, von Situationships über Verschwörungserzählungen bis zur Frage, ob ChatGPT eine Therapie ersetzen kann. Die Sprache ist verständlich, ohne Fachchinesisch, und regt zur Selbstreflexion an. Ein kurzweiliges Buch, in das man immer wieder hineinlesen kann.