Oh Wally

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Es war einmal eine Schriftstellerin, die schrieb so wahrhaftig und kenntnisreich vom inneren Chaos, dass ihr Buch so quälend zu lesen war, als wäre man selbst die Protagonistin sein:) Zumal, wenn man selbst Ansätze von ADS hat. Nach jeden 15 Seiten unterbrach ich die Lektüre, um erstmal was aufzuräumen oder zu putzen, damit ich mich nicht so gelähmt fühle vom "rasenden Stillstand" der Wally. Schwer zu ertragen, wie sie im Labyrinth ihrer Angelegenheiten herumirrt.
Die Autorin macht das also richtig gut, und jedem sei dieses Buch empfohlen: den Betroffenen und ihren mitleidenden Freunden und Verwandten. Und jedem, den es interessiert, wie Menschen ticken.
Ich habe der Katharsis entgegengefiebert - ein möglicher Anlass wird immer wieder angedeutet - und ahnte, dass Verlust hier ein Gewinn sein könnte, weil Kram verschwindet und Verpflichtungen... Allerdings, und das hat einen Stern gekostet, ist dieser Crash nicht mehr so literarisch stark ausgeführt wie der erste Teil des Buches. Die Schilderung aller Begebenheiten nach dem Zusammenbruch blieben blass und schwach choreografiert. Keine Stunde Null der Stille, schade, ich hätte sie Wally und ihrer liebenswerten Familie gegönnt.