So mitreißend!

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danib83 Avatar

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Wow, welch ein geniales Buch! Ich mochte den Schreibstil von Cornelia Travnicek schon immer und mit "Ich erzähle von meinen Beinen" hat sich das noch einmal mehr bestätigt. Eine Frau, Wally, findet bei einem ADHS-Check ihrer Tochter Vallie heraus, dass sie selbst unter ADHS leidet. Travnicek beschreibt die Zustände der Familie und auch Walburgas Gedanken so gut, dass man sich selbst darin wiederfinden kann, wenn man Anzeichen von Hyperaktivität oder irrationalen Ängsten oder kleinen Neurosen bei sich oder bei anderen Personen feststellt. Die unterschiedlich langen Abschnitte - manchmal reichen sie über mehrere Seite, ein anderes Mal steht da genau ein Satz - und verschiedenen Textausrichtungen geben dem Roman noch einmal mehr literarischen Tiefgang. Bei den rechtsbündig ausgerichteten Stellen dürfte es sich direkt um Gedanken von Wally handeln, wohingegen der Blocksatz den Fortlauf der Geschichte markiert. Manchmal scheint es aber auch so, als ob die beiden Ebenen ineinander greifen.
Das Buch werde ich definitiv empfehlen und weiterschenken. Es ist ein richtig ehrliches Buch, das den Alltag so eindrücklich beschreibt, dass man denkt, selbst Teil davon zu sein. Vieles trifft bestimmt auf mehrere Menschen zu, auch wenn sie nicht von Neurodivergenz "betroffen" sind.