„Zwischen Hochwasser und Gedankenflut…“
Mit „Ich erzähle von meinem Beinen“ erschafft Cornelia Travnicek einen Roman, der leise beginnt und doch in einem Sturm aus Gedanken, Zweifeln und schiefen Alltagsmomenten mündet.
Wallys Leben wirkt von außen betrachtet wie ein ordentlich gedeckter Tisch: ein Ehemann, eine Tochter, ein Haus, sogar Laufenten im Garten. Alles scheint seinen Platz zu haben. Und doch kippt das Bild. Denn unter der glatten Oberfläche tobt ein inneres Gewitter. Gedanken flackern auf, reißen ab, springen weiter. Aufgaben beginnen – und zerfallen. Der Alltag fühlt sich an wie ein Drahtseilakt mit brennenden Fackeln in beiden Händen.
Als bei ihrer Tochter ADHS diagnostiziert wird, beginnt Wally, sich selbst mit neuen Augen zu sehen. Ihre eigene Unruhe, das Zersplittern der Konzentration, die irrwitzigen Ängste – Zufall? Erschöpfung? Oder etwas, das schon immer da war? Heimlich nimmt sie die Tabletten ihrer Tochter, gibt dem Kind stattdessen harmlose Vitamine. Ein Tausch, der Kreise zieht. Währenddessen gleitet ihr eigenes Leben langsam aus der Balance – bis sie schließlich zusammenbricht. Krankenhaus. Hochwasser. Ausnahmezustand. Und die Frage, was schlimmer ist: die Flut im Haus oder die Flut im Kopf.
Travnicek erzählt davon mit einer eigentümlichen Leichtigkeit. Humor blitzt auf, wo eigentlich Überforderung wohnt. Man schmunzelt – und erschrickt im selben Moment. Denn hinter der Komik liegt eine tiefe Ernsthaftigkeit: das Ringen einer Frau zwischen Mental Load, Mutterschaft, Burnout und der späten Ahnung einer Neurodivergenz.
Formal wird der Roman selbst zum Spiegel dieses Zustands. Kurze Absätze. Abgebrochene Gedanken. Weiße Seiten. Sätze, die sich überschlagen oder einfach … enden. Als würde der Text selbst nicht stillsitzen können. Beim Lesen spürt man die innere Unruhe, beinahe körperlich. Es ist anstrengend. Und genau darin liegt seine Kraft.
Und irgendwo zwischen Überforderung und Erkenntnis liegt sie plötzlich da – diese leise Möglichkeit von Erlösung.
Vielleicht ist es kein Entweder-oder...
Vielleicht ist es ein Sowohl-als-auch...
Und vielleicht wird alles vielleichter…
🦵🏻🦵🏻🦵🏻🦵🏻🦵🏻 | 5
Wallys Leben wirkt von außen betrachtet wie ein ordentlich gedeckter Tisch: ein Ehemann, eine Tochter, ein Haus, sogar Laufenten im Garten. Alles scheint seinen Platz zu haben. Und doch kippt das Bild. Denn unter der glatten Oberfläche tobt ein inneres Gewitter. Gedanken flackern auf, reißen ab, springen weiter. Aufgaben beginnen – und zerfallen. Der Alltag fühlt sich an wie ein Drahtseilakt mit brennenden Fackeln in beiden Händen.
Als bei ihrer Tochter ADHS diagnostiziert wird, beginnt Wally, sich selbst mit neuen Augen zu sehen. Ihre eigene Unruhe, das Zersplittern der Konzentration, die irrwitzigen Ängste – Zufall? Erschöpfung? Oder etwas, das schon immer da war? Heimlich nimmt sie die Tabletten ihrer Tochter, gibt dem Kind stattdessen harmlose Vitamine. Ein Tausch, der Kreise zieht. Währenddessen gleitet ihr eigenes Leben langsam aus der Balance – bis sie schließlich zusammenbricht. Krankenhaus. Hochwasser. Ausnahmezustand. Und die Frage, was schlimmer ist: die Flut im Haus oder die Flut im Kopf.
Travnicek erzählt davon mit einer eigentümlichen Leichtigkeit. Humor blitzt auf, wo eigentlich Überforderung wohnt. Man schmunzelt – und erschrickt im selben Moment. Denn hinter der Komik liegt eine tiefe Ernsthaftigkeit: das Ringen einer Frau zwischen Mental Load, Mutterschaft, Burnout und der späten Ahnung einer Neurodivergenz.
Formal wird der Roman selbst zum Spiegel dieses Zustands. Kurze Absätze. Abgebrochene Gedanken. Weiße Seiten. Sätze, die sich überschlagen oder einfach … enden. Als würde der Text selbst nicht stillsitzen können. Beim Lesen spürt man die innere Unruhe, beinahe körperlich. Es ist anstrengend. Und genau darin liegt seine Kraft.
Und irgendwo zwischen Überforderung und Erkenntnis liegt sie plötzlich da – diese leise Möglichkeit von Erlösung.
Vielleicht ist es kein Entweder-oder...
Vielleicht ist es ein Sowohl-als-auch...
Und vielleicht wird alles vielleichter…
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