Eine schöne Idee mit etwas zu viel Traum und Symbolik

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pandas_bücherblog Avatar

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Das Cover wirkt auf den ersten Blick ruhig und liebevoll und lässt eine sanfte, tröstende Geschichte erwarten. Auch die Illustrationen im Inneren sind sehr kunstvoll gestaltet, allerdings eher ungewöhnlich und stellenweise überraschend düster. Das ist sicher Geschmackssache, hat bei mir aber nicht durchgehend das Gefühl von Geborgenheit ausgelöst, das ich mir von einem solchen Kinderbuch erhofft hatte.
Der Schreibstil ist poetisch und in Reimform gehalten, was grundsätzlich gut zu einem Bilderbuch passt. Leider wirkte der Text auf mich nicht immer ganz rund. Manche Reime fühlen sich etwas holprig an, andere Passagen sind sehr abstrakt und springen stark zwischen Traum und Realität. Dadurch ging für mich stellenweise die Klarheit verloren, worauf die Geschichte eigentlich hinaus möchte. Ich kann mir gut vorstellen, dass Kinder hier schnell den Faden verlieren oder verunsichert reagieren.

Inhaltlich greift das Buch ein wichtiges und sensibles Thema auf. Die Angst, nicht mehr genug geliebt zu werden, wenn ein neues Geschwisterkind kommt, ist sehr real und verdient Raum. Die Botschaft, dass Liebe sich nicht teilt, sondern wächst, ist schön und wertvoll. Allerdings wird sie meiner Meinung nach etwas zu kompliziert und über viele symbolische Bilder vermittelt. Das traumartige Abenteuer der großen Schwester war für mich emotional nachvollziehbar, aber nicht immer kindgerecht umgesetzt.

Fazit:
Insgesamt hatte ich beim Lesen gemischte Gefühle. Die Idee hinter dem Buch ist gut und die Intention spürbar ehrlich, die Umsetzung konnte mich aber nicht vollständig überzeugen. Für manche Kinder und Familien mag die Geschichte funktionieren, für mich persönlich hätte es weniger Abstraktion und mehr Wärme gebraucht.
3/5 Sterne