Ambivalent und trotzdem neugierig.
Die Leseprobe zu Ich möchte zurückgehen in der Zeit von Judith Hermann hat mich auf eine eigentümliche Weise zugleich angezogen und irritiert. Der Schreibstil wirkte auf mich weniger nahbar; ich habe mich beim Lesen immer wieder ein wenig verzettelt, kam nicht richtig in einen Flow und bin an manchen Sätzen regelrecht hängen geblieben. Dennoch fand ich die Thematik sehr spannend, und gerade diese Reibung zwischen Sprache und Inhalt hat meine Neugier eher verstärkt als gedämpft. Besonders die Unwissenheit der Mutterfigur und ihre mangelnde Motivation zur Aufarbeitung haben in mir eine spürbare Wut ausgelöst – ein Gefühl, das mich fast trotzig dazu gebracht hat, die Geschichte weiterlesen zu wollen, vielleicht sogar mehr denn je, um zu verstehen, was hinter diesem Schweigen und Nicht‑Reden steckt.