Der Nazi in der Familie
Die geöffnete Tür kündigt an, dass in diesem Buch nichts verborgen bleiben wird. Wer eine deutsche Abstammung hat, kommt nicht darum herum: Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit war der eigene Vater, Groß- oder Urgroßvater nicht im Widerstand und somit kein Held. Bestenfalls war er während der Nazizeit Mitläufer, oder aber sogar in der SA oder SS.
Die Autorin stellt sich dem heiklen Thema, damit hat sie sich viel vorgenommen. Es gelingt ihr in dieser Leseprobe, die Leerstellen in der Vergangenheit aufzuzeigen. Die Mutter erinnert sich nur unzureichend, oder will sich nicht erinnern, aber es wird sehr deutlich, dass sie den Vater doch besser gekannt haben muss. Judith Hermann scheut nicht davor zurück, das Unaussprechliche herauszufinden. In ihren früheren Texten war sie schon gut darin, Dinge zu benennen, die auf den ersten Blick nicht auffallen, hinter Kulissen zu blicken. Mit journalistischer Präzision und dem nötigen Feingefühl zugleich wird sie sich auch in diesem, viel persönlicheren Werk an das Geschehene herantasten.
Ein Buch, das ich mir nicht entgehen lassen will.
Die Autorin stellt sich dem heiklen Thema, damit hat sie sich viel vorgenommen. Es gelingt ihr in dieser Leseprobe, die Leerstellen in der Vergangenheit aufzuzeigen. Die Mutter erinnert sich nur unzureichend, oder will sich nicht erinnern, aber es wird sehr deutlich, dass sie den Vater doch besser gekannt haben muss. Judith Hermann scheut nicht davor zurück, das Unaussprechliche herauszufinden. In ihren früheren Texten war sie schon gut darin, Dinge zu benennen, die auf den ersten Blick nicht auffallen, hinter Kulissen zu blicken. Mit journalistischer Präzision und dem nötigen Feingefühl zugleich wird sie sich auch in diesem, viel persönlicheren Werk an das Geschehene herantasten.
Ein Buch, das ich mir nicht entgehen lassen will.