Generationsübergreifende Geschichtsannäherung
Der Verfasser dieses Leseeindrucks schreibt jetzt weniger einen Leseeindruck, sondern darüber, welche Gedanken und Gefühle die Leseprobe in ihm ausgelöst haben: DerVerfasser erfuhr von der Mitgliedschaft seines Vaters in der Waffen-SS erst nach dessen Tod. Der Verfasser dieses Leseeindrucks wuchs auf in einer Familie, in einer Gesellschaft und Zeit, die sich auf kollektives (Ver-)Schweigen bzgl. der Verbrechen des kriegslüsternen und mordenden Nazi-Deutschlands verständigt hatte. Er wurde in den 1960er Jahren teilweise unterrichtet von Lehrern mit Nazi-Gesinnung. Er trägt Zeit seines Lebens die Generationen übergreifende Last in sich, hat im Laufe seines Lebens bewusst diverse KZ-Gedenkstätten in Deutschland, Polen und im Baltikum, den "Wirkungsorten" seines SS-Vaters besucht - und wird die Last seiner Familiengeschichte dennoch nicht los. Er findet den Ansatz der Buchautorin, sich in Radom, dem "Wirkungsort" ihres SS-Vorfahren, mit der eigenen Familiengeschichte zu befassen und dies in Literatur zu packen, hoch spannend. Der Verfasser dieses Leseeindrucks hat die Leseprobe verschlungen. Er will und wird das Buch ganz lesen. Die Leseprobe lässt erwarten, dass das Buch ein wichtiger Lesestoff zur generationenübergreifende Geschichtsannäherung ist - jedenfalls für alle, auf denen die deutsche Nazi-Vergangenheit familiengeschichtlich lastet.