Schwierige Spurensuche
Judith Herrmann hat die Nazizeit schon in vergangenen Romanen thematisiert, jetzt verarbeitet sie die eigene Familiengeschichte. Hierzu macht sie sich auf die Spurensuche ihres Großvaters. Diese Suche ist aus mehreren Gründen schwierig. Einerseits will sich ihre Mutter an nichts erinnern, was den eigenen Vater betrifft. Andererseits weiß die Autorin, dass ihr Großvater zu Zeiten eines Massakers in Polen stationiert war. Dennoch liest sich die Leseprobe bislang recht leichtfüßig, die Autorin geht kritisch mit ihrer Familie um, nimmt aber auch deren Eigenheiten ironisch auf. Gleichzeitig ist die Suche nach dem Familiengeheimnis von Anfang an spannend. Mich konnte die Leseprobe direkt fesseln.