Woran wir uns erinnern

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missmarie Avatar

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Erinnerungen sind durcheinander und widersprüchlich, sie werden geformt und verändert, jedes Mal, wenn sie jemand aus den Ecken des Gedächtnis hervorholt. Dennoch sind sie genau das, was bleibt, wenn ein Mensch stirbt. In "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" greift Judith Hermann genau dieses Thema auf, wenn sie sich mit der Erinnerung an ihren Großvater auseinandersetzen - der eigenen und der ihrer 80-jährigen Mutter. Wie auch in allen anderen ihrer Bücher besticht die einfache, schnörkellose Sprache, die mit ihrer ungeschminkten Direktheit eine Seite im Leser zum Klingen bringt. Zwischen den Zeilen springt das Publikum eine Frage nahezu an: Was ist denn nun DIE Wahrheit? Wer erinnert sich denn nun richtig? Die Leseprobe macht damit wirklich gespannt auf den Roman. Wie gelingt es Hermann wohl, diese Widersprüchlichkeit literarische zu verarbeiten und zumindest für ihre Protagonistin aufzulösen?