Zurückgehen und erkennen, was vergessen wurde
Sehr beeindruckend schreibt die Autorin vom Alltag einer Reise nach Polen. Noch viel beeindruckender ist ihre Absicht dort Informationen über ihren verstorbenen Großvater zu finden und sich im Gegensatz zu ihrer Familie mit seiner SS-Vergangenheit und den damit zusammenhängenden Taten auseinanderzusetzen. In der Leseprobe nähert sie sich sachte diesem Thema an, nicht aus Vorsatz sondern aus Gründen des Verdrängens, Vergessens, Schweigens. Sie beschreibt ihre Routine aus Lesen, Schreiben und Nachforschen fesselnd und ich wurde, obwohl in der Leseprobe noch keine großen Sprünge getan wurden, durch die Seiten getragen und wollte gerne noch den Weg weiter gehen mit ihr.
Ein stilles Buch über Erinnerungskultur.
Ein stilles Buch über Erinnerungskultur.