Alles fiktiv

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evaerl Avatar

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Die Grundidee von If Books Could Kill fand ich von Anfang an wirklich spannend: Roxie Mitchell liebt Liebesromane und wünscht sich im Scherz, selbst einmal die Hauptfigur in einem Roman ihrer Lieblingsautorin Anna Matthews zu sein. Doch als dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht, läuft alles ganz anders als erwartet. Statt in einer romantischen Liebesgeschichte landet Roxie ausgerechnet in einem Thriller und muss plötzlich um ihr Leben kämpfen. An ihrer Seite befindet sich Grant, ein eher schüchterner Literaturdozent und begeisterter Krimileser, der ihr dabei helfen soll, die Regeln dieses für sie völlig fremden Genres zu verstehen und vor allem: die Geschichte zu überleben.

Die Idee, dass die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen und man sich plötzlich selbst innerhalb einer Geschichte befindet, fand ich grundsätzlich richtig interessant und originell. Trotzdem konnte mich die Handlung leider nicht vollständig packen. Ich kann nicht einmal genau sagen, woran es lag, aber für mich gab es immer wieder Stellen, die sich ziemlich gezogen haben und etwas langatmig wirkten. Hätte ich das Buch selbst gelesen, hätte ich es vermutlich irgendwann abgebrochen. Als Hörbuch hingegen fand ich es deutlich angenehmer und perfekt, um es zwischendurch zu hören.

Was mir ebenfalls ein wenig gefehlt hat, war die Spannung und Unvorhersehbarkeit, die ich mir bei der Mischung aus Romance und Thriller gewünscht hätte. Einige Entwicklungen konnte ich relativ früh erahnen und gerade zum Ende hin war für mich ziemlich schnell klar, wer hinter allem steckt. Dadurch konnte mich die Auflösung leider nicht wirklich überraschen.

Mein persönliches Highlight war dafür ganz klar die Beziehung zwischen Roxie und Grant. Die beiden sind charakterlich sehr unterschiedlich, ergänzen sich dadurch aber umso besser. Besonders schön fand ich, dass ihre Beziehung genügend Zeit bekommen hat, sich zu entwickeln. Die Gefühle zwischen ihnen entstanden nicht plötzlich oder wirkten erzwungen, sondern haben sich langsam und nachvollziehbar aufgebaut. Gerade dadurch fühlten sich ihre Emotionen füreinander für mich sehr echt an. Die gemeinsame Zeit und die Situationen, die sie miteinander durchstehen müssen, sorgen dafür, dass nach und nach Vertrauen und Nähe entstehen. Diese Entwicklung hat mir wirklich gut gefallen und war für mich definitiv eine der größten Stärken der Geschichte.

Auch die Nebenfiguren waren grundsätzlich gut geschrieben und haben gut in die Handlung gepasst. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass sie der Geschichte besonders viel zusätzliche Tiefe gegeben haben. Generell fiel es mir etwas schwer, eine wirkliche emotionale Nähe zu den einzelnen Figuren aufzubauen. Vielleicht lag das auch an diesem besonderen Konzept, bei dem man ständig weiß, dass sich die Charaktere innerhalb einer fiktiven Geschichte bewegen. Dadurch entstand für mich immer eine gewisse Distanz.

Als Hörbuch konnte mich If Books Could Kill allerdings deutlich mehr überzeugen, als es das Buch vermutlich geschafft hätte. Viola Müller hat eine sehr angenehme Stimme, der ich gerne zugehört habe. Ihre Art zu sprechen hat dafür gesorgt, dass ich auch durch die etwas langatmigeren Passagen gut durchgekommen bin. Für mich war es deshalb ein wirklich angenehmes Hörbuch für zwischendurch.

Insgesamt ist If Books Could Kill für mich eine Geschichte mit einer wirklich kreativen Grundidee und einem spannenden Genremix aus Romance und Thriller, bei der die Umsetzung für mich persönlich aber nicht ganz mit dem Potenzial der Idee mithalten konnte. Die Handlung war mir stellenweise zu langatmig und vorhersehbar und emotional konnte ich nicht zu allen Figuren eine richtige Verbindung aufbauen. Dafür konnte mich die langsam entstehende und authentische Beziehung zwischen Roxie und Grant umso mehr überzeugen. Besonders als Hörbuch war die Geschichte durch die angenehme Sprecherin eine schöne Unterhaltung für zwischendurch – auch wenn sie mich am Ende nicht vollkommen packen konnte.