Eine originelle Idee verliert sich im Chaos

Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
readingmimi Avatar

Von

Roxie liebt Liebesromane – sicher, vorhersehbar und mit garantiertem Happy End. Als sie sich scherzhaft wünscht, selbst die Heldin eines Romans ihrer Lieblingsautorin zu sein, wird dieser Wunsch plötzlich Realität. Doch statt in einer romantischen Geschichte landet sie mitten in einem Thriller voller Verfolgungsjagden, Mordversuche und Chaos. Gemeinsam mit dem zurückhaltenden Literaturdozenten Grant versucht sie herauszufinden, wie sie diese Geschichte überleben können.

Mit If Books Could Kill hatte ich eigentlich genau die Art von Buch erwartet, die ich normalerweise sehr gern lese: eine Mischung aus Romance, Thriller und einer guten Portion Humor – dazu noch die spannende Idee, plötzlich selbst in einem Roman zu landen. Die Grundidee hat mich deshalb sofort angesprochen und auch der Einstieg war zunächst durchaus unterhaltsam.

Leider konnte mich die Umsetzung auf Dauer aber nicht überzeugen.

Das größte Problem für mich war der Schreibstil. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und viele Sätze beginnen ständig mit „ich“, wodurch der Text oft sehr holprig und eintönig wirkt. Insgesamt merkt man dem Buch für mich stark an, dass es ein Debütroman ist. Viele Formulierungen wirkten unausgereift und eher wie Fanfiction oder überdrehtes BookTok-Writing als wie ein wirklich ausgearbeiteter Roman.

Dazu kommt, dass das Buch immer skurriler wird. Statt eine Handlung konsequent aufzubauen, stolpert die Geschichte von einer absurden Szene in die nächste. Immer neue Wendungen, Figuren und Eskalationen sorgen irgendwann eher für Chaos als für Spannung. Die Thrillerelemente haben auf mich deshalb selten wirklich spannend gewirkt, sondern oft eher wie Slapstick mit Verfolgungsjagden, Waffen und ständig neuen Zufällen.

Auch die ständigen selbstironischen Anspielungen auf typische Romance- und Thriller-Muster fand ich anfangs noch ganz unterhaltsam, mit der Zeit wirkten sie auf mich aber zunehmend überladen und gewollt. Das Buch kommentiert sich und seine Handlung permanent selbst, wodurch kaum Raum für echte Spannung oder emotionale Momente bleibt. Statt mitzufühlen, hatte ich oft eher das Gefühl, die Geschichte aus der Distanz zu beobachten.

Besonders schade fand ich außerdem, dass ich die Chemie zwischen Roxie und Grant kaum gespürt habe. Obwohl die beiden ständig gemeinsam unterwegs sind, blieb ihre Beziehung für mich überraschend blass. Generell wirkten viele Figuren eher wie Karikaturen oder wandelnde Genre-Kommentare als wie echte Menschen. Vor allem die Entscheidungen der Charaktere waren oft unlogisch oder nur dafür da, die Handlung weiter eskalieren zu lassen.

Trotzdem muss ich sagen: Die Grundidee des Buches ist wirklich originell und zwischendurch gab es durchaus einzelne unterhaltsame Momente. Gerade Grant konnte mit seinem trockenen Humor manche Szenen auflockern. Insgesamt wollte der Roman für mich aber einfach zu viel gleichzeitig sein – Thriller, Romance, Chaos-Komödie und ständige Selbstironie – und hat dadurch am Ende wenig davon wirklich überzeugend umgesetzt.

Fazit: Eine starke Idee mit viel Potenzial, die mich in der Umsetzung leider nicht überzeugen konnte. Wer sehr überdrehte, selbstironische und chaotische Geschichten liebt, könnte hier trotzdem Spaß haben. Für mich blieb If Books Could Kill aber leider hinter seinen Möglichkeiten zurück.