Erfrischend anders – lockere Meta-Romance mit Charme

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
ceecee Avatar

Von

"If Books Could Kill" von Kate Eberle ist mal ein etwas anderer Romance-Roman – ein Thromantasy-Roman, wenn man so will. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, das Pacing schwankt zwischen ausgewogen und ein wenig zu rasant. Es kommt definitiv keine Langeweile auf, trotzdem habe ich zu Beginn ein bisschen gebraucht, um wirklich in der Geschichte anzukommen.

Roxie mochte ich als Protagonistin sehr gerne: Sie ist witzig, tough, ziemlich aufgedreht und hat einen stark ausgeprägten Sensation-Seeking-Drang. Grant bildet als verantwortungsvolle Stimme der Vernunft den kompletten Gegenpol – eher zurückhaltend und etwas ängstlich, aber dennoch ohne dabei "unmännlich" zu wirken. Zwischen all den toxischen Book-Boyfriends und Protagonisten, die einem sonst des Öfteren über den Weg laufen, ist er im Grunde eine wandelnde Green Flag (und er hat einen Kater namens Arthur – aww!). Die Dynamik zwischen Roxie und ihm als Team hat mir jedenfalls sehr gut gefallen.

Befürchtete ich in den ersten Kapiteln noch, dass das Buch arg vorhersehbar werden würde, legte sich das nach circa einem Drittel. Ab diesem Punkt konnte mich die Story deutlich besser unterhalten. Besonders die Isekai- / Meta-Erzählebene macht den Unterschied: Da Roxie weiß, dass sie sich in einer Geschichte befindet, werden gängige Genre-Konventionen geschickt unterwandert und wirken eben nicht wie die ganz typischen Standard-Tropes. Deshalb verzeiht man auch den etwas überzogenen und konstruierten Thriller-Plot deutlich leichter. Man bewegt sich schließlich in der Welt einer fiktiven Romance-Autorin, die sonst Liebesromane nach Schema F produziert und sich hier an einem Krimi-Plot versucht. Das liest man automatisch mit einem Augenzwinkern, da der Roman sich selbst nicht allzu ernst nimmt und das eigene Genre charmant auf die Schippe nimmt. Das hat durchaus etwas Erfrischendes!

Den Schluss empfand ich dann aber doch als nicht ganz so überraschend und hätte mir einen raffinierteren Plottwist gewünscht. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte in sich rund und macht Spaß. Auch wenn es phasenweise etwas zu rasant und chaotisch zugeht und man keinen übermäßigen Tiefgang erwarten sollte, ist es unterm Strich eine süße, witzige Romance-(Thriller)-Sommerlektüre mit etwas Luft nach oben. Für die kreative Grundidee und Umsetzung vergebe ich für dieses Debüt daher 3,5 – aufgerundet auf 4 – Sterne. Und ich glaube, die Story würde sich tatsächlich super für eine Verfilmung eignen!