"Manchmal ist der wahre Böse in einer Geschichte die Autorin."

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jess.liest Avatar

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Als ich den Klappentext zu „If Books Could Kill“ gelesen habe, war ich sofort neugierig. Die Idee, dass eine junge Frau plötzlich in ihrem absoluten Lieblings-Liebesroman landet, nur um dort statt einer romantischen Traumwelt einen Thriller voller Gefahren vorzufinden, klang für mich unglaublich spannend. Eine Mischung aus RomCom, Thriller und Meta-Ebene? Da war ich direkt dabei.
Der Einstieg konnte meine Erwartungen zunächst auch erfüllen. Man wird schnell in die Geschichte hineingezogen und die Grundidee entfaltet sofort ihren Reiz. Der Schreibstil ist angenehm, modern und sehr leicht zu lesen. Die Kapitel fliegen nur so dahin und gerade die humorvollen Dialoge sorgen immer wieder für unterhaltsame Momente. Besonders am Anfang hatte ich viel Spaß mit der Geschichte und war gespannt, in welche Richtung sie sich entwickeln würde.
Leider verlor die Handlung für mich mit der Zeit etwas an Schwung. Nachdem die Ausgangssituation etabliert war, hatte ich zunehmend das Gefühl, dass sich die Geschichte ein wenig im Kreis dreht. Der Spannungsbogen konnte mich nicht dauerhaft halten und gerade im Mittelteil gab es einige Längen. Dabei steckt in der Grundidee so viel Potenzial, dass ich mir stellenweise eine konsequentere Entwicklung der Handlung gewünscht hätte.
Auch mit den Figuren bin ich nicht ganz warm geworden. Roxie war als Protagonistin durchaus sympathisch, allerdings fehlte mir bei einigen Charakteren etwas mehr Tiefe. Besonders die Dynamik zwischen Roxie und Grant konnte mich emotional nicht vollständig erreichen. Für eine Geschichte, die auch romantische Elemente mitbringt, blieb die Beziehung für mich etwas zu oberflächlich und ich konnte die Gefühle zwischen den beiden nicht immer nachvollziehen.
Das Finale wirkte auf mich schließlich etwas zu hektisch und die Auflösung zu früh vorhersehbar. Viele Entwicklungen wurden sehr schnell abgehandelt, sodass manche Aspekte nicht die Wirkung entfalten konnten, die sie vielleicht verdient hätten.
Trotz meiner Kritikpunkte habe ich das Buch nicht ungern gelesen. Der lockere Schreibstil, die originelle Idee und die humorvollen Momente sorgen definitiv für Unterhaltung. Für mich konnte die Umsetzung jedoch nicht ganz mit der starken Prämisse mithalten.