Das war es nicht!

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xox0.anni Avatar

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Leider hat mich dieses Buch insgesamt überhaupt nicht überzeugen können. Dabei klang die Grundidee im Vorfeld wirklich spannend und auch das Marketing hat große Erwartungen geweckt – besonders mit den angepriesenen „Die Unfassbaren“-Vibes. Umso größer war am Ende leider meine Enttäuschung.

Schon der Einstieg fiel mir ziemlich schwer. Ich habe lange gebraucht, um überhaupt in die Geschichte hineinzufinden, und selbst danach hatte ich oft das Gefühl, eher von Seite zu Seite zu lesen, ohne wirklich in der Handlung anzukommen.

Der Schreibstil hat es mir zusätzlich nicht leichter gemacht. Anfangs wirkte er noch recht angenehm, doch mit der Zeit empfand ich ihn immer anstrengender. Viele Passagen wirkten sehr gewollt philosophisch und pseudo-poetisch, als müsste unbedingt eine gewisse Tiefe erzeugt werden. Dabei haben diese Metaphern und Vergleiche für mich häufig einfach keinen Sinn ergeben. Teilweise standen Formulierungen oder einzelne Wörter im Text, bei denen ich mich wirklich gefragt habe, was sie an dieser Stelle überhaupt aussagen sollen. Für mich wirkte das Ganze eher wie viel aufgebauschte Sprache, die am Ende wenig zur Geschichte beigetragen hat.

Auch mit den Charakteren bin ich leider überhaupt nicht warm geworden. Viele ihrer Entscheidungen konnte ich schlicht nicht nachvollziehen. Besonders am Anfang habe ich mich zum Beispiel gefragt, warum Stella überhaupt bei einem völlig fremden Mann ins Auto steigt. Diese Situation wirkte auf mich sehr konstruiert und wenig glaubwürdig.

Ähnlich ging es mir mit der Beziehung zwischen Stella und Levin. Die Entwicklung zwischen den beiden ging mir viel zu schnell. Gefühlt lernen sie sich gerade erst kennen und kurz darauf sind schon starke Gefühle im Spiel. Für mich hat sich diese Beziehung überhaupt nicht natürlich aufgebaut, weshalb ich die Lovestory auch zu keinem Zeitpunkt wirklich fühlen konnte.

Was mich zusätzlich frustriert hat, war dieses ständige Andeuten von Geheimnissen. Gefühlt in jedem zweiten Kapitel kommt irgendein Gedanke wie: „Wenn sie wüsste, was ich getan habe …“. Und das immer wieder. Statt irgendwann einfach ehrlich zu sein oder die Wahrheit auf den Tisch zu legen, wird dieses Geheimnis immer weiter hinausgezögert.

Die Illusionsshows in Las Vegas, die eigentlich ein Highlight der Geschichte hätten sein können, haben mich ebenfalls nicht wirklich abgeholt. Mir fehlte dabei komplett das Gefühl von Magie oder dieser WOW-Moment, den man bei so einem Setting eigentlich erwartet.

Zum Ende hin wurde es zwar noch einmal etwas spannender und eine Enthüllung fand ich tatsächlich ganz interessant, aber das kam für mich leider zu spät, um das Ruder noch herumzureißen.

Insgesamt konnte mich das Buch leider weder mit seinen Figuren noch mit der Handlung oder dem Schreibstil abholen. Die Idee dahinter hätte wirklich viel Potenzial gehabt, aber für mich hat die Umsetzung einfach nicht funktioniert.