Gänsehaut pur!

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katerose Avatar

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Wie reagierst du, wenn um dich herum plötzlich alles anders ist als es scheint? Wenn all deine Probleme mit einem Mal verschwinden, du dafür aber einer Show beitreten musst, die dir Gänsehaut und Adrenalin verleiht? Stella Rhodes ist beeindruckt, als Levin – ein mysteriöser Illusionist der „Show Illusion“ ihr plötzlich anbietet, als Sängerin in die berühmte Show in Las Vegas einzusteigen. Das Problem? Die ehemalige Sängerin Fia ist vor einiger Zeit auf seltsame Weise verschwunden und sieht Stella unglaublich ähnlich. Zufall? Wohl kaum! Das merkt auch Stella, als Fia wieder auftaucht und plötzlich die Vergangenheit Stella einholt. Achja, da wäre natürlich noch Levin, der nicht nur mit Stellas Vergangenheit zu tun hat, sondern auch ihr Herz schneller schlagen lässt.

Ich bin ehrlich: Von der ersten Seite an war ich fasziniert, weshalb ich das Buch binnen weniger Tage förmlich verschlungen habe. Die zahlreichen Rätsel rund um Fias Verschwinden, Stellas Vergangenheit und auch um die Gruppe um Levin haben mich förmlich dazu gezwungen, weiterzulesen, um mehr zu erfahren. Zum Bedauern meines neugierigen Herzens schafft Janine Ukena in ihrem Roman allerdings ein Rätsel zu lösen, um zehn weitere wieder auf den Leser herabprasseln zu lassen. Das Ende des Buches hat mich mit tausenden Fragen allein gelassen, allen voran: Wann erscheint der Folgeband?

Ukenas Schreibstil ist flüssig und geprägt von zahlreichen Metaphern, die hervorragend zur magischen Show passen. Gleichzeitig ermöglichen der einfache Satzbau, die kurzen Kapitel sowie der Bilderreichtum einem das Buch auch nach einem langen, harten Arbeitstag in die Hand zu nehmen und zu schmökern. Dank zahlreicher Dialoge sowie des Perspektivwechsels zwischen der Sichtweise Stellas und Levins wirkte die Geschichte für mich durchweg lebendig, was mich sehr angesprochen hat. Die eingebauten Zeitungsartikel, Kartennachrichten sowie Textnachrichten haben hervorragend zur Geschichte gepasst und nicht selten die richtige Menge Rätsel und Mystik eingebaut.

Beide Charaktere waren mir durchaus sympathisch, wobei mir vor allem die geheimnisvolle Art von Levin sehr zugesagt hat. Während er zuerst auf mich berechnend, düster und kalt wirkte, zeigte sich im Verlaufe der Geschichte, dass er um seinen Traum kämpft. Dabei nimmt er Opfer in Kauf und versucht, seine geliebten Menschen zu beschützen – von denen er nur noch wenige hat. Schön war auch zu sehen, wie Stellas Anwesenheit seine Fassade bröckeln lässt. An dieser Stelle muss ich allerdings bemerken, dass die erotische Szene, die gegen Ende des Buches stattfand, meiner Meinung nach gar nicht zur Situation passte und für mich absolut nicht sein musste.

Nichtsdestotrotz bin ich absolut begeistert von „Illusion“, welches mich als erstes Buch dieses Jahres restlos in seinen Bann ziehen konnte. Ich bin einfach gespannt, was die Katastrophe am Ende des Buches für Folgen nach sich zieht und, in welchem Verhältnis Fia zu Stella steht.