Illusionen, dunkle Geheimnisse und eine Romanze.

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bücherhummelchen Avatar

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Mit „Illusion – A Lie Worth Believing“ eröffnet Janine Ukena ihre New-Adult-Suspense-Dilogie rund um Glanz, Täuschung und gefährliche Gefühle in Las Vegas. Der Roman verbindet Romance mit Mystery- und Thrillerelementen und spielt gekonnt mit der Frage, was echt ist – und was ist nur eine perfekt inszenierte Illusion.
Kurz zum Inhalt: Im Mittelpunkt steht Stella, eine junge Sängerin, die sich mühsam durchs Leben schlägt. Sie hat früh ihre Eltern bei einem Brand verloren und wuchs mit einem tiefen Verlust und vielen offenen Fragen auf – geblieben ist ihr nur ein nach Rauch riechender Plüschhase und die Erinnerung an die Worte ihres Vaters, dass die Sterne ihr den Weg zeigen würden. Statt großer Bühnen singt sie für Mindestlohn in einer heruntergekommenen Bar in Seattle – bis sich plötzlich eine einmalige Chance ergibt: Levin will sie für seine „Show Illusion“ in Las Vegas als Sängerin angagieren. Die Show ist berühmt dafür, ihr Publikum an echte Magie glauben zu lassen. Doch hinter den spektakulären Auftritten verbergen sich dunkle Geheimnisse. Stellas Vorgängerin Fia ist nach einem rätselhaften Unfall verschwunden und Levin, ist ebenso faszinierend wie undurchschaubar. Auch scheint er mehr über Stella zu wissen, als er zugibt. Schritt für Schritt erkennt sie, dass in dieser Show nichts dem Zufall überlassen wird. Jede Begegnung, jede Entscheidung wirkt geplant. Und bald stellt sich die zentrale Frage: Ist auch sie selbst nur Teil einer größeren Inszenierung? ...
Janine Ukenas Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch und stark bildhaft. Sie fängt die schillernde, künstliche Welt von Las Vegas ebenso ein wie die unterschwellige Bedrohung hinter den Kulissen. Immer wieder arbeitet sie mit Motiven wie Spiegeln, Rissen, Rauch und Licht – passend zum Thema Schein und Sein. Die illustrierten Kapitelanfänge mit gesprungenen Spiegeln unterstreichen diese Symbolik zusätzlich.
Inhaltlich geht es nicht nur um Romance, sondern stark um Identität, Kontrolle und Manipulation: Wer bin ich, wenn mein Leben von anderen geplant scheint? Wie viel Wahrheit hält eine Beziehung aus, die auf Geheimnissen basiert? Und wie sehr kann man der eigenen Wahrnehmung trauen?
Die Geschichte wird in der wechselnden Ich-Perspektive erzählt, fast ausschließlich aus Sicht von Stella und Levin. Dadurch erhält man einen tiefen Einblick in die Gedanken und Gefühle der Charaktere. Eingestreute Elemente wie Zeitungsartikel, Messenger-Nachrichten und Spielkarten mit Notizen machen den Roman abwechslungsreich und verstärken teilweise den Suspense-Aspekt noch mehr.
Stella ist eine verletzliche, aber kämpferische Protagonistin. Ihr Wunsch, endlich gesehen zu werden, macht sie greifbar – ebenso wie ihre Unsicherheit und ihr Trauma aus der Kindheit. Ihre Entwicklung besteht vor allem darin, von einer Getriebenen zu jemandem zu werden, der beginnt, Fragen zu stellen und sich nicht mehr nur lenken zu lassen.
Levin ist der klassische „morally grey“-Charakter: charmant, kontrolliert, berechnend – und doch von Verlust geprägt. Der Tod seiner Eltern, ebenfalls bei einem Brand, verbindet ihn auf tragische Weise mit Stella. Im Verlauf der Geschichte bröckelt seine Fassade, und hinter dem Illusionisten wird ein Mensch sichtbar, der verzweifelt versucht, die Kontrolle zu behalten.
Auch Nebenfiguren wie Fia tragen stark zur Spannung bei.
Insgesamt ist „Illusion – A Lie Worth Believing“ ein atmosphärisch dichter, geheimnisvoller Auftakt mit starkem Setting. Besonders empfehlenswert für Leser, die New Adult mit Suspense und Romance mögen und kein Problem haben mit einem fiesen Cliffhanger am Ende haben. Ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung.