Krasse Stimmung

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Illusion von Janine Ukena ist ein Roman, der vor allem durch seine intensive Stimmung und den psychologischen Fokus besticht. Die Geschichte entfaltet sich ruhig, aber eindringlich, und lebt weniger von äußeren Ereignissen als von inneren Spannungen und Unsicherheiten. Schon früh wird deutlich, dass Wahrnehmung und Realität in diesem Buch keine festen Größen sind – ein Motiv, das konsequent und wirkungsvoll umgesetzt wird.

Besonders überzeugend ist die Darstellung der Protagonistin. Ihre Gedanken, Zweifel und emotionalen Reaktionen wirken authentisch und fein ausgearbeitet. Als Leser:in begleitet man sie sehr nah, wodurch ein starkes emotionales Mitgehen entsteht. Die Autorin schafft es, innere Konflikte nachvollziehbar darzustellen, ohne sie zu übererklären, was der Geschichte Tiefe verleiht.

Der Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch und stellenweise sehr bildhaft. Er unterstützt die dichte, teilweise beklemmende Stimmung des Romans und trägt wesentlich dazu bei, dass man sich in der Geschichte verliert. Die Spannung entsteht dabei weniger durch klassische Wendungen, sondern durch ein stetiges Gefühl von Unsicherheit und die Frage, wem – oder was – man trauen kann.

Thematisch setzt sich Illusion mit Identität, Selbstzweifeln und psychologischen Grenzerfahrungen auseinander. Diese Aspekte werden sensibel behandelt und fügen sich stimmig in die Handlung ein. Insgesamt ist der Roman besonders für Leser:innen geeignet, die ruhige, psychologisch geprägte Geschichten schätzen und gerne zwischen den Zeilen lesen.

Fazit: Illusion ist ein atmosphärischer Roman mit emotionalem Tiefgang, der durch seine psychologische Spannung überzeugt und noch lange nach dem Lesen nachwirkt.