Leider hat es mich nicht gefesselt.

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chralrz Avatar

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Ich bin mit großer Lust und Begeisterung in dieses Buch gestartet. Schon das Cover hat mich neugierig gemacht – normalerweise mag ich keine Menschen auf Buchcovern, aber der moderne Comicstil und das geheimnisvolle Design passten perfekt zur Grundstimmung der Geschichte.

Die Idee hinter „Illusion – A Lie Worth Believing“ hat mich sofort fasziniert: Magie, Schein und Wahrheit, eingebettet in die glamouröse Welt einer Las-Vegas-Show. Die junge Sängerin Stella erhält die Chance ihres Lebens, Teil der legendären „Show Illusion“ zu werden – doch schnell wird klar, dass hier weit mehr hinter den Kulissen geschieht, als es scheint. Schon früh im Buch klingt der innere Konflikt der Hauptfigur an: „Hier gehörst du hin, wispert eine innere Stimme. Flieh, solange du noch kannst, wispert eine andere.“ (S. 42) – ein Satz, der das Spannungsfeld zwischen Faszination und Gefahr treffend einfängt.

Leider hat die Geschichte für mich nach dem ersten Drittel stark an Spannung verloren. Die ausführlichen Beschreibungen der Illusionsräume waren einerseits detailreich, andererseits so technisch, dass ich mir die Szenen kaum bildlich vorstellen konnte. Auch die komplizierten Investoren- und Besitzverhältnisse der Show nahmen viel Raum ein, ohne dass sie die Handlung wirklich voranbrachten. Dadurch zog sich der Mittelteil spürbar in die Länge.

Obwohl die Handlung und das Grundkonzept viel Potenzial hatten, fehlte mir das emotionale Gleichgewicht: Die Misstrauensmomente im Ensemble wirkten oft zu erklärend, und auch die aufkeimende Beziehung zwischen Stella und Levin blieb oberflächlich. Sowohl die Nebenfiguren – Cam, Richie, Eliza und Rae – als auch einige Plottwists am Ende blieben recht blass und vorhersehbar.

Positiv hervorheben möchte ich den Schreibstil. Janine Ukena hat ein Gespür für besondere Wortbilder und schafft zu Beginn eine düstere, geheimnisvolle Atmosphäre, die wunderbar zur Thematik der Illusion passt. Doch mit der Zeit hatte ich das Gefühl, dass sich die Handlung hinter dieser sprachlichen Intensität verliert – fast, als stünde alles unter einem Schleier aus Worten. Das mag zum Konzept des Buches passen, erschwert aber den Lesefluss.

Insgesamt hat mich „Illusion – A Lie Worth Believing“ trotz seiner interessanten Idee und des atmosphärischen Settings nicht ganz überzeugen können. Mir fehlte der Moment, an dem mich die Geschichte wirklich gepackt hat. Deshalb werde ich den zweiten Teil der Dilogie wohl nicht mehr lesen.