Wirr, zäh und vorhersehbar

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steffi liest Avatar

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Ich mag eigentlich keine Menschen auf Buchcovern, aber bei "Illusion" hat mir der moderne Comicstil und das Geheimnisvolle gut gefallen. Der Start ins Buch war auch sehr vielversprechend - ich habe mich durch Levin und seine Magiertruppe ein wenig an den Film "Die Unfassbaren" erinnert gefühlt und hatte die Hoffnung, dass der Roman ähnlich spannend und überraschend werden würde.

Leider war bei ca. einem Drittel des Buchs die Luft raus. Die Beschreibung der Illusionsräume war sehr ausführlich, aber gleichzeitig viel zu technisch, so dass ich einerseits von Infos erschlagen war, mir aber zugleich nicht mal ansatzweise vorstellen konnte, was denn nun dort eigentlich konkret passiert. Und auch die Geschichte rund um die Investoren und die Besitzverhältnisse in Bezug auf die Show waren für mich schwer durchschaubar, nahmen aber recht viel Raum ein. Der Mittelteil zog sich deshalb wie Kaugummi.

Die Handlung hätte durchaus Potenzial gehabt, so richtig Spannung kam für mich aber nicht auf. Gerade Fias Auftauchen und die Misstrauensmomente innerhalb der Truppe empfand ich als zu deskriptiv, ebenso wie die sich anbahnende Liebesbeziehung zwischen Stella und Levin. In beide Richtungen fehlten mir Tiefe und Gefühl.

Zum Ende hin ergaben sich noch ein paar neue Entwicklungen und Plottwists, die sicherlich den Spannungsbogen nochmal erhöhen hätten können, wären sie nicht so vorhersehbar gewesen.

Oberflächlich betrachtet gefällt mir die bunt zusammen gemischte Magiertruppe total gut. Sie scheinen alle sehr unterschiedlich zu sein und bieten deshalb viele Möglichkeiten zur Interaktion. Doch leider muss ich auch in diesem Punkt sagen, dass an Tiefe und Facettenreichtum gespart wurde - Cam, Richie, Eliza und Rae bleiben blass und unscheinbar. Da einige Kapitel aus Stellas Sicht geschrieben sind, lernt man sie ein wenig besser kennen. Dennoch erscheint sie wie eine ferngesteuerte Marionette, es fehlt auch hier an Gefühl.
Einzig Levin fühlt sich für mich nach einem ausgereiften und vielschichtigen Charakter an.

Mein Fazit: Ich hätte mir deutlich mehr erwartet und bin ein wenig enttäuscht von der Geschichte. Momentan denke ich nicht, dass ich den zweiten Teil lesen werde - trotz des Cliffhangers am Ende hält sich mein Interesse an der Fortsetzung in Grenzen. Insgesamt kann ich deshalb leider nur 2 von 5 Sternen vergeben.