Ein rasanter Sagenauftakt mit kleinen Klischee-Schwächen
Mina Roths Urban-Fantasy-Roman „Im Bann des Erlkönigs“ punktet ab der ersten Seite mit einem enormen Tempo und wirft den Leser direkt in Zoras verzweifelten Kampf um das Überleben ihrer kleinen Fee. Die direkt erlebbare, von nervöser Energie getriebene Tonalität fängt Zoras emotionale Panik und ihre spannende Schwäche – die ungefilterte Übertragung fremder Ängste bei Hautkontakt – hervorragend ein. Ein kleiner Dämpfer sind jedoch die typischen Romantasy-Klischees, wie der plötzliche Auftritt des klassischen, winteräugigen Kriegers Kilian samt Schwert, sowie der massive Begriff-Overload zu Beginn, der den Einstieg in das ansonsten vielversprechende Magiesystem etwas erschwert. Insgesamt bleibt es ein atmosphärischer und rasanter Auftakt, dessen düstere Dynamik rund um den Nerd-Vampir Silas definitiv Lust auf mehr macht.