Pure Fantasy

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ladytiga Avatar

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Der Romananfang hat mich sehr schnell in die Geschichte hineingezogen. Schon die ersten beiden Sätze erzeugen sofort Spannung und machen neugierig darauf, was mit Fee passiert ist und warum Zora sich die Schuld an ihrem Tod gibt. Besonders gelungen finde ich die Erzählerstimme: Zora wirkt authentisch, sympathisch und nahbar, wodurch es leichtfällt, emotional in die Geschichte einzusteigen. Gleichzeitig entsteht durch ihre besondere Wahrnehmung der Grimmlinge und die Andeutungen über den Schleier eine faszinierende Fantasywelt, die nach und nach enthüllt wird, ohne den Leser direkt mit Erklärungen zu überfordern.

Die Beziehung zwischen Zora und Fee bildet einen starken emotionalen Kern. Fees Zustand und Zoras Verzweiflung verleihen der Handlung von Beginn an Dringlichkeit. Auch die kurze Szene mit Yasin funktioniert gut, weil sie die Freundschaft der beiden glaubwürdig vermittelt und einen Kontrast zu den übernatürlichen Ereignissen schafft.

Besonders gefallen hat mir die Atmosphäre. Die Verbindung aus Schulalltag, märchenhaften Wesen und einer düsteren, geheimnisvollen Grundstimmung wirkt eigenständig und macht neugierig auf die weitere Handlung. Der „Wald der Knochen“, die Grimmlinge und die Idee eines Schleiers zwischen den Welten wecken viele Fragen, ohne dass man das Gefühl hat, sofort alles verstehen zu müssen.

Etwas aufgefallen ist mir lediglich die recht hohe Informationsdichte im Verlauf des Auszugs. Innerhalb weniger Seiten werden viele Elemente der Welt, verschiedene Fähigkeiten der Protagonistin und mehrere neue Konzepte eingeführt. Das ist alles interessant, verlangt dem Leser aber einiges an Aufmerksamkeit ab. Außerdem bleibt die Schuld, die Zora am Tod von Fee zu tragen glaubt, zunächst noch etwas abstrakt, sodass ich gespannt wäre, ob dieser Aspekt im weiteren Verlauf noch konkreter aufgegriffen wird.

Insgesamt hinterlässt der Text jedoch einen sehr positiven Eindruck. Er verbindet einen starken emotionalen Einstieg mit einer spannenden Fantasyprämisse und einer sympathischen Hauptfigur. Vor allem die Mischung aus märchenhafter Dunkelheit und moderner Gegenwart erzeugt eine Atmosphäre, die Lust macht, weiterzulesen.