Düstere Academy-Fantasy mit viel Atmosphäre und kleinen Schwächen

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buecherliebling88 Avatar

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Inhalt
In „Im Bann des Erlkönigs“ von Mina Roth geht es um Zora, die bereits seit ihrer Kindheit düstere Wesen aus alten Sagen sehen kann, die für alle anderen Menschen unsichtbar sind. Während sie deshalb von ihrem Umfeld für verrückt gehalten wird, erfährt sie eines Tages, dass hinter ihren Fähigkeiten deutlich mehr steckt, als sie bisher angenommen hat. Durch einen missglückten Zauber landet sie schließlich in einer anderen Realität und an der Umbra Academy, einer Schule voller magischer Fabelwesen und dunkler Mythologie.

Gemeinsam mit dem chaotischen Fürsten Silas muss Zora sich in dieser völlig neuen Welt zurechtfinden. Dabei trifft sie auch auf dessen eher unnahbaren Leibgardisten Kilian, der sie von nun an trainieren soll. Zwischen Magie, Intrigen und Machtspielen wird Zora immer weiter in die Geheimnisse dieser Welt hineingezogen. „Im Bann des Erlkönigs“ ist der erste Band der „Umbra Academy“-Reihe.

Meine Meinung
Die äußere Gestaltung des Buches hat mir wirklich gut gefallen. Ich finde, dass das Buch insgesamt sehr schön und hochwertig aussieht und die Gestaltung perfekt zum Fantasy-Genre und vor allem zu der etwas düstereren Stimmung der Geschichte passt.

In den Schreibstil und allgemein in die Geschichte bin ich zu Beginn allerdings etwas schwerer reingekommen. Man wird ziemlich direkt mitten in die Geschehnisse geworfen und bekommt zunächst nur wenige Erklärungen dazu, wie diese Welt funktioniert und was genau eigentlich vor sich geht. Dadurch hat es bei mir eine ganze Weile gedauert, bis ich mich wirklich orientieren und auf die Geschichte einlassen konnte. Sobald ich diesen Punkt aber erreicht hatte, ließ sich das Buch für mich deutlich angenehmer und auch ziemlich flüssig lesen. Was mich allerdings immer wieder ein bisschen gestört hat, waren die Dialoge zwischen den Charakteren. Diese wirkten auf mich teilweise sehr jung und ziemlich umgangssprachlich. Natürlich handelt es sich um ein Young-Adult-Buch, trotzdem hätte ich mir an manchen Stellen etwas weniger jugendliche Formulierungen gewünscht. Für mich hat das der eigentlich eher düsteren und geheimnisvollen Geschichte stellenweise etwas von ihrer Ernsthaftigkeit genommen.

Sehr gut gefallen hat mir dagegen die Atmosphäre des Buches. Die Geschichte ist insgesamt eher düster gehalten, ohne dass sie dadurch unangenehm oder zu schwer wirkt. Vor allem das Academy-Setting mochte ich sehr gerne. Die Umbra Academy, die magischen Wesen und die verschiedenen Geheimnisse haben eine Stimmung geschaffen, die sehr gut zur Geschichte gepasst hat und mit der Zeit auch immer mehr dazu beigetragen hat, dass ich weiterlesen wollte.

Die Charaktere sind für mich insgesamt noch ein bisschen blass geblieben und ich hätte mir an einigen Stellen mehr Tiefe gewünscht. Zora mochte ich als Protagonistin aber ganz gerne. Besonders gefallen hat mir, dass sie recht stark wirkt und sich trotz der völlig ungewohnten Situation auf die neue Welt einlässt. Sie lässt sich nicht so schnell unterkriegen und sich auch von den anderen Charakteren nicht die Butter vom Brot nehmen, was sie für mich sehr sympathisch gemacht hat. Auch Silas ist mir im Laufe der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen. Ähnlich ging es mir mit Zoras Mitbewohnerin Matea. Ihr gegenüber war ich anfangs eher skeptisch, mit ihrer ehrlichen und direkten Art konnte sie mich aber nach und nach für sich gewinnen. Gleichzeitig wirkt auch sie sehr stark, was mir gut gefallen hat.

Weniger überzeugen konnte mich dagegen die Entwicklung der Beziehung zwischen Zora und Kilian. Für mich ging diese deutlich zu schnell und gefühlt von jetzt auf gleich. Die Gefühle zwischen den beiden waren dadurch für mich nicht wirklich nachvollziehbar und die romantische Entwicklung konnte mich emotional leider überhaupt nicht abholen. Gerade hier hätte ich mir deutlich mehr Zeit und einen langsameren Aufbau gewünscht.

Die Handlung an sich fand ich spannend und die Grundidee mit der Umbra Academy, den verschiedenen Wesen aus Sagen und der düsteren magischen Welt hat mir wirklich gut gefallen. Mein größter Kritikpunkt ist auch hier hauptsächlich der Einstieg, da es einfach relativ lange gedauert hat, bis ich das Gefühl hatte, wirklich in der Geschichte angekommen zu sein und die Zusammenhänge halbwegs zu verstehen. Auch die Geschichte rund um Fee hat sich für mich nicht zu hundert Prozent in das Gesamtbild eingefügt. Obwohl sie für die Ausgangssituation der Handlung eine wichtige Rolle spielt, hat sich dieser Teil für mich teilweise etwas losgelöst vom Rest angefühlt und Fee selbst ist mir leider auch eher unsympathisch geblieben. Insgesamt konnte mich die Handlung nach den anfänglichen Schwierigkeiten aber deutlich mehr abholen. Gerade weil im ersten Band noch viel Zeit für den Aufbau der Welt und die Einführung der Charaktere benötigt wird, könnte ich mir gut vorstellen, dass mir die Handlung im nächsten Band sogar noch besser gefallen wird.

Fazit
Insgesamt hat mir „Im Bann des Erlkönigs“ trotz einiger Kritikpunkte ganz gut gefallen. Besonders die düstere Atmosphäre, das Academy-Setting und die Grundidee konnten mich überzeugen. Weniger gefallen haben mir der etwas schwierige Einstieg, die teilweise blass gebliebenen Charaktere und die für mich zu schnelle Entwicklung zwischen Zora und Kilian.

Empfehlen würde ich das Buch vor allem Fans von Young-Adult-Fantasy mit düsterem Academy-Setting, magischen Wesen und Romantik. Trotz meiner Kritikpunkte bin ich gespannt, wie sich die Geschichte im nächsten Band weiterentwickelt.