Düstere, märchenhafte Erzählung mit Luft nach oben

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snookie Avatar

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„Im Bann des Erlkönigs“ dreht sich alles um Zora. Sie sieht Wesen, die für andere Menschen unsichtbar sind. Eine Fee sucht sie auf, da sie Hilfe braucht und Zora soll sie zurück in die magische Welt bringen. Auf ihrem Weg taucht Zora in eine Welt voller alter Magie, gefährlicher Wesen und dunklen Geheimnissen ein.

Zunächst einmal hat mich direkt das Cover und der Farbschnitt angesprochen. Angezogen wurde ich aber noch mehr vom Titel. Der erste Gedanke bei Erlkönig ist natürlich das Gedicht von Goethe und ich war gespannt auf die Interpretation dieser Figur im Buch. Das Buch bietet eine düstere, märchenhafte Atmosphäre und die Welt wirkt geheimnisvoll.

Das Buch beginnt direkt in der Handlung, was ich ansich einen guten Einstieg finde. Allerdings wurden gleich viele Wesen eingeführt ohne das man die Welt und die Zusammenhänge kennt. Auch im Verlaufe des Buches habe ich das Gefühl das viele Aspekte der Welt und ihrer Regeln recht vage sind und ich Zusammenhänge teilweise nur schwierig verstehen konnte. Gerade bei der Magie und den Hintergründen hätte ich mir mehr Erklärungen und Details gewünscht. Für mich gab es ab und an auch ein paar Logiklücken.

Den Schreibstil empfand ich am Anfang auch ein bisschen schwierig, da ich immer wieder aus dem Lesefluss kam, dies hat sich aber ab circa der Hälfte deutlich gebessert. Der Schreibstil war allerdings sehr bildhaft, wodurch man gut in die märchenhafte, dunkle Fantasy Welt eintauchen und sich alles sehr gut vorstellen konnte. Leider empfande ich auch das Erzähltempo schwierig. An manchen Stellen wurde alles recht langsam erzählt, wodurch die Handlung immer wieder ins Stocken geriet. An Stellen, wo ich mir mehr Tiefe und Beschreibung gewünscht hätte, war das Erzähltempo dann wieder zu schnell.

Auch die romantische Beziehung zwischen Zora und Kilian konnte mich nicht ganz überzeugen. Die Entwicklung der Gefühle wirkte auf mich nicht immer nachvollziehbar und hätte an dieser Stelle mehr Raum vertragen können um die emotionale Wirkung noch stärker zu entfalten.
Die Figuren ansich empfand ich als sehr positiv. Zora ist für mich eine starke Protagonistin, die mutig und sympathisch ist. Die anderen Charaktere bringen sehr unterschiedliche Facetten in die Geschichte ein. Eine Entwicklung der Charaktere ist spürbar und diese wirken auch authentisch für mich. Auch die Dynamik der Charaktere zueinander empfand ich als gut gelungen.

Insgesamt ist „Im Bann des Erlkönigs“ für mich ein solides Fantasybuch mit einer spannenden Grundidee, einer gelungenen Atmosphäre und interessanten Charakteren. Leider wurde meiner Meinung nach das Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft.