Geheimnisvoll, düster und mit starken Märchenelementen

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lissi_filibuster Avatar

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Jugendbücher, die sich an Märchen und Sagen anlehnen, gibt es mittlerweile einige. Trotzdem schafft es Mina Roth mit "Im Bann des Erlkönigs", eine ganz neue Geschichte zu erzählen, die mich über weite Teile hinweg gefesselt hat.
Zora sieht schon ihr ganzes Leben lang Gestalten, die allen anderen verborgen bleiben: Märchenfiguren, Wesen, die aus Sagen stammen und eine Fee, die dringend ihre Hilfe braucht. Eine vage Ahnung führt sie zu Silas, und der wiederum nimmt sie, wenn auch nicht ganz freiwillig, mit an die Umbra Academy in den Machtbereich des Erlkönigs.
Um ganz ehrlich zu sein: Ich wusste nicht immer, wohin die Geschichte führen würde. Das war einerseits sehr schön, da sich der Verlauf der Geschichte nicht so einfach vorhersagen ließ. Andererseits fehlte mir gerade zu Beginn ein wenig ein klareres Ziel vor Augen. Doch tatsächlich wurde die Geschichte von Seite zu Seite stärker und hat mich gerade zum Schluss hin richtig gebannt.
Das Academy-Setting hat mir sehr gefallen. Ein düsteres Schloss, gelegen irgendwo in der Ostsee, versteckt durch Nebel, mit Geheimgängen und einem geheimnisvollen Wald, den niemand betreten darf. Lediglich der Unterricht hätte für meinen Geschmack etwas magischer sein können.
Dafür haben mir aber die verschiedenen Gestalten, die an Märchen und Sagen angelehnt sind, umso besser gefallen: spinnenartige Wesen, Menschen mit Tiermerkmalen, Nachtmahre und natürlich der Erlkönig höchstpersönlich. Die Umsetzung ist so gut und manchmal ein wenig geheimnisvoll, weil man gar nicht genau weiß, was für ein Wesen es ist und welche Magie es besitzt.
Auch die Charaktergestaltung fand ich sehr gelungen. Da die Geschichte aus Zoras Sicht erzählt wird, erfährt man viel über ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Vor allem spürt man immer ihren großen Drang, Fee zu helfen und zu kämpfen, wenn es notwendig ist. Sie möchte Geheimnisse aufdecken und muss gleichzeitig herausfinden, wem sie an dieser Schule trauen kann. Das ist gar nicht so einfach, denn es herrscht ein starker Konkurrenzdruck, der durchweg zu spüren ist.
Zuletzt gibt es auch eine kleine Liebesgeschichte, die Zora vor einige Herausforderungen stellt, aber gar nicht so viel Raum einnimmt. Für mich war das passend, da die Figuren alle recht jung sind und es ein Jugendbuch ab 14 Jahren ist. Allen ab diesem Alter, die fesselnde, etwas düstere Fantasy-Romane mit einem Academy-Setting mögen, kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Ich freue mich schon jetzt auf den abschließenden, zweiten Band.