Märchenhaft

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fiyero Avatar

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Schon der Einstieg klingt nach klassischer Urban-Fantasy mit düsterem Twist: Eine Protagonistin, die seit ihrer Kindheit unheimliche Wesen sieht und deshalb als verrückt gilt, bis sich herausstellt, dass sie eine zentrale Rolle in einer verborgenen Welt spielt. Diese Grundidee ist zwar nicht völlig neu, wird hier aber mit einem spannenden Setting kombiniert, das neugierig macht.

Inhaltlich entfaltet sich die Geschichte rund um eine Parallelwelt, in der bekannte Märchen- und Sagenwesen in einer Art mittelalterlich geprägten Gesellschaft leben – allerdings mit modernen Elementen wie Handys. Dieser Kontrast erzeugt eine interessante Atmosphäre und hebt die Welt grundsätzlich von klassischen Fantasy-Settings ab. Besonders reizvoll ist die Idee, dass diese Welt vom Erlkönig regiert wird und politische Machtspiele sowie Intrigen eine große Rolle spielen.

Die Protagonistin wird durch einen missglückten Zauber an die Umbra Academy katapultiert, eine Schule für magische Wesen, und trifft dort auf zwei zentrale Figuren: Silas, ein chaotischer Fürst mit schwer einschätzbarem Charakter, und Kilian, ein kühler, gefährlicher Leibgardist, der sie ausbilden soll. Zwischen diesen Figuren entwickelt sich nicht nur Spannung auf politischer Ebene, sondern auch eine verbotene Anziehung, die für zusätzliche Dynamik sorgt.

Allerdings liegt hier auch eine der größten Schwächen des Buches: Viele dieser spannenden Ansätze werden nur oberflächlich behandelt. Gerade der Einstieg wirkt stellenweise konstruiert und nicht ganz nachvollziehbar, wodurch es schwerfällt, sofort vollständig in die Geschichte einzutauchen. Auch zentrale Elemente wie die Regeln der Welt, die Magie oder die Hintergründe der Figuren werden oft zu knapp angerissen, anstatt wirklich ausgearbeitet zu werden.

Das führt dazu, dass manche Entwicklungen zu schnell gehen und emotionale oder erzählerische Tiefe vermissen lassen. Besonders die Beziehungen zwischen den Figuren hätten mehr Raum gebraucht, um wirklich zu überzeugen.

Trotz dieser Kritikpunkte bleibt die Geschichte unterhaltsam. Die Mischung aus düsterer Fantasy, romantischer Spannung und politischem Intrigenspiel sorgt dafür, dass man weiterlesen möchte. Die Welt hat definitiv Potenzial, und auch die Figuren sind interessant genug angelegt, um neugierig zu machen