Nachtkind

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archer Avatar

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Solange Zora denken kann, sieht sie schon Wesen und Kreaturen, wie "normale" Leute sie nur aus Märchen kennen. Manchmal haben sie Hörner, manchmal seltsame Augen oder eine geringe Größe. Lange dachte sie, sie sei nicht normal - bis Fee auftauchte, ein kleines, geflügeltes Wesen, das dringend ihre Hilfe braucht. Und dafür muss Zora hinter den Schleier gelangen, der die Welt der Märchenkreaturen von denen der Menschen trennt. Als sie eines Tages auf Silas trifft, einen Fürstensohn dieses Reiches, und ihm das Leben rettet, werden die beiden durch Magie verbunden. Um diese Verbindung zu trennen und Fee das Leben zu retten, ist Zora gezwungen, mit ihm auf die Umbra Academy zu gehen und sich trainieren zu lassen - und das von Silas' Leibwächter Kilian, zu dem sie sich bald hingezogen fühlt.

Das ist eine Geschichte, die mich nicht in den Bann des Erlkönigs gezogen hat, sondern einfach in ihren eigenen. Schon allein die vielen, vielen Märchenwesen, die hier auftauchen und auf der anderen Seite des Schleiers ein irgendwie normales Leben zwischen Märchenwelt und Moderne haben, ist großes Kino. Da gibt es den Erlkönig, der mit seiner Wilden Jagd die Nächte stört und dem alle Untertan sind, da gibt es ein Schloss, in dem die Akademie untergebracht ist - und gleichzeitig zückt mal eines dieser Wesen ein Smartphone oder eine Fürstin verschickt eine Email an den Leibwächter ihres Sohnes. Ich mochte, wie Zora einerseits viel Angst hat und mit den Umständen struggelt, andererseits jedoch auch extrem mutig ist und für sich und ihre Freunde einsteht. Überhaupt ist das eine Geschichte über Mut, Freundschaft und Vertrauen und die Liebesgeschichte war nur wenig kitschig. Die Sprache ist recht ungewöhnlich und passt ebenfalls gut zu dieser Mischung aus Märchen und Moderne. Womit ich ein wenig Probleme hatte: Diese Insta-Love zwischen Zora und Kilian. Ja, sie war nicht kitschig, aber sie kam so plötzlich, dass ich sie mir nicht erklären konnte.

Auch unklar war mir, wie die Leute einen magischen Treueeid dem Erlkönig gegenüber eingehen konnten und dann doch in der Lage waren, gegen ihn zu intrigieren. Dafür fehlte mir die Erklärung. (Vor allem auch: Warum? Klar, niemand ist gern jemandes Untertan, doch mir schien zumindest bis hierhin kein ernsthafter Grund vorzuliegen, gegen ihn vorzugehen.) Trotzdem hat mich die Geschichte wirklich gut mitgenommen und falls es einen zweiten Teil gibt, wie es das Ende andeutet, werde ich ihn auf alle Fälle lesen.