ungewöhnliche Interpretation deutscher Sagen und Märchen

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mars754 Avatar

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Dieser erste Band einer Young-Adult-Romantasy-Reihe taucht tief in die deutsche Sagen und Märchenwelt ein. Die Welt, in die Zora, die Heldin der Geschichte, geht, wird von allen möglichen Arten Märchenwesen bevölkert, die allerdings alles andere als lieb und nett sind. Zora wird direkt in die Auseinandersetzung verfeindeter Fürstenhäuser hineingezogen, ohne als einziger Mensch vor Ort überhaupt zu wissen, was vor sich geht. Alles, was sie dort machen möchte, ist ihre Freundin zu retten, die aus dieser Welt stammt.
Die Grundidee, dass ein Mensch in eine andere Welt voller übernatürlicher Wesen reisen möchte, um ein solches Wesen zu retten, ist durchaus spannend. Auch dass sie bei dem Rettungsversuch in einen Kampf verwickelt wird und als Kollateralschaden einfach in diese Welt mitgenommen wird, ist ein interessanter Ansatz. Das Gefühl als einzige Person vor Ort nicht dazu zu gehören und die Regeln nicht zu kennen, dürfte vielen Jugendlichen vermutlich nur zu vertraut sein, so dass das Buch diese Lebensrealität sehr gut einfängt.
Leider habe ich aber mit der Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, ein Problem. Das Buch ist bei 389 Seiten in 48 Kapitel unterteilt. Auch wenn es kürzere und längere Kapitel gibt, so sind doch alle relativ kurz. Dies wäre an sich in Ordnung, wenn nicht sehr viele Kapitel mit einer komplett neuen Szene und Situation starten würden. So stellte sich für mich kein wirklicher Lesefluss ein, weil die Handlung zu oft unterbrochen wird. Erst zum Ende hin gehen die Kapitel ineinander über und es kommt zu einem größeren Spannungsbogen. Der fehlende Spannungsbogen liegt für mich z.T. auch daran, dass die Handlung in etliche Stränge zerfasert: die Rettung der Freundin, die Liebesgeschichte, die Rangkämpfe, die zahlreichen Geheimnisse der fremden Welt.
Der Schreibstil an sich passt hervorragend zu der erzählten Geschichte, indem er die düstere Atmosphäre und Andersartigkeit der fremden Welt hervorragend einfängt. Außerdem sind die Dialoge zwischen den Jugendlichen überzeugend und passen zu den Charakteren.
Das Buch war interessant aufgrund seiner ungewöhnlichen Interpretation deutscher Märchen und Sagen. Da es am Ende des Buches noch einige unbeantwortete Fragen gibt, bin ich trotz allem auf die Fortsetzung gespannt.