Wie möchte ich eigentlich leben?
Im Leben nebenan“ von Anne Sauer ist ein Roman über Kinderwunsch, Mutterschaft und die Frage, wie wir eigentlich leben möchten. Anne Sauer erzählt die Geschichte von Antonia in zwei parallel verlaufenden Lebensentwürfen. In einem versucht sie gemeinsam mit ihrem Partner Jakob vergeblich, ein Kind zu bekommen. Monat für Monat bleiben die Schwangerschaftstests negativ und die Enttäuschung, Trauer und Hilflosigkeit werden immer größer. Im anderen Leben wacht Antonia plötzlich an der Seite ihrer Jugendliebe Adam auf. Sie haben eine kleine Tochter namens Hanna. Doch auch hier stellt sich das erhoffte Glück nicht ein.
Gelungen fand ich die ehrliche Auseinandersetzung mit dem unerfüllten Kinderwunsch und den Gefühlen, die nach einem weiteren negativen Schwangerschaftstest entstehen. Das Buch stellt dabei immer wieder die zentrale Frage: Wie möchte ich überhaupt leben? Ist ein Leben mit Kindern automatisch erfüllter? Oder folgen wir manchmal Vorstellungen, die uns von Familie und Gesellschaft vorgegeben wurden?
Gefallen haben mir auch , dass die Schattenseiten von Mutterschaft und die unausgesprochenen Erfahrungen früherer Generationen, angesprochen werden. Die Gespräche mit Antonias Schwiegermutter Christa, die offen darüber spricht, dass sie früher manchmal am liebsten weggelaufen wäre, fand ich zum Beispiel authentisch und nachvollziehbar. Kinder, Haushalt, Kochen, Arbeit: alles blieb an ihr hängen, Unterstützung gab es nicht.
Allerdings zieht sich durch beide Handlungsstränge eine eher negative Grundstimmung. Selbst im alternativen Leben mit Tochter Hanna wirkt Antonia selten wirklich zufrieden. Das machte die Geschichte zwar authentisch, nahm ihr für mich aber stellenweise etwas Leichtigkeit. Auch die Erkenntnisse rund um Lebensplanung und Selbstfindung hätten mich vermutlich vor zehn Jahren noch stärker berührt als heute.
Dennoch regt das Buch zum Nachdenken an. Besonders treffend fand ich die Beobachtung, dass Antonia, wie viele von uns, ständig Aufgaben hinterherhechtet, als gäbe es etwas Wertvolleres zu verlieren als die eigene Lebenszeit. Ein kluger, sensibler Roman über Erwartungen, Entscheidungen und die vielen Möglichkeiten eines Lebens.
Gelungen fand ich die ehrliche Auseinandersetzung mit dem unerfüllten Kinderwunsch und den Gefühlen, die nach einem weiteren negativen Schwangerschaftstest entstehen. Das Buch stellt dabei immer wieder die zentrale Frage: Wie möchte ich überhaupt leben? Ist ein Leben mit Kindern automatisch erfüllter? Oder folgen wir manchmal Vorstellungen, die uns von Familie und Gesellschaft vorgegeben wurden?
Gefallen haben mir auch , dass die Schattenseiten von Mutterschaft und die unausgesprochenen Erfahrungen früherer Generationen, angesprochen werden. Die Gespräche mit Antonias Schwiegermutter Christa, die offen darüber spricht, dass sie früher manchmal am liebsten weggelaufen wäre, fand ich zum Beispiel authentisch und nachvollziehbar. Kinder, Haushalt, Kochen, Arbeit: alles blieb an ihr hängen, Unterstützung gab es nicht.
Allerdings zieht sich durch beide Handlungsstränge eine eher negative Grundstimmung. Selbst im alternativen Leben mit Tochter Hanna wirkt Antonia selten wirklich zufrieden. Das machte die Geschichte zwar authentisch, nahm ihr für mich aber stellenweise etwas Leichtigkeit. Auch die Erkenntnisse rund um Lebensplanung und Selbstfindung hätten mich vermutlich vor zehn Jahren noch stärker berührt als heute.
Dennoch regt das Buch zum Nachdenken an. Besonders treffend fand ich die Beobachtung, dass Antonia, wie viele von uns, ständig Aufgaben hinterherhechtet, als gäbe es etwas Wertvolleres zu verlieren als die eigene Lebenszeit. Ein kluger, sensibler Roman über Erwartungen, Entscheidungen und die vielen Möglichkeiten eines Lebens.