Wenn man erst spät merkt, dass Liebe auch Grenzen braucht

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blubb2303 Avatar

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Mila hat die Klinik hinter sich gelassen und versucht, in Zürich wieder in ein normales Leben zurückzufinden. Die Schule läuft besser, sie findet langsam wieder Halt – trotzdem lässt sie Nicolas nicht los. Sein Verschwinden und die Enttäuschung darüber, dass sie ihm vertraut hat, beschäftigen sie weiterhin. Als Mila auf Finn trifft, scheint zunächst alles genau das zu sein, was sie gerade braucht: Er ist selbstbewusst, aufmerksam und weiß, wie er Mila für sich gewinnen kann. Doch nach und nach verändert sich die Beziehung. Finn wird immer fordernder und kontrollierender, kritisiert ihre Familie und versucht, einen Keil zwischen Mila und ihre beste Freundin Juno zu treiben.

Genau diese Entwicklung fand ich besonders interessant, weil Mila nicht von Anfang an erkennt, was eigentlich passiert. Sie lässt sich immer mehr auf Finn ein und verliert dabei ein Stück weit den Blick für sich selbst und für die Menschen, die ihr wirklich guttun. Gerade dadurch wirkt die Geschichte für mich ziemlich realistisch. Nicht jede toxische Beziehung beginnt schließlich offensichtlich schlecht – manchmal merkt man erst viel zu spät, dass sich etwas verändert hat.

Auch Milas innere Entwicklung hat mir gut gefallen. Nach allem, was sie im ersten Band erlebt hat, hätte ich erwartet, dass sie vorsichtiger geworden ist. Stattdessen zeigt das Buch, dass Heilung eben nicht bedeutet, plötzlich gegen alle falschen Entscheidungen immun zu sein. Mila macht Fehler, lässt sich blenden und muss schließlich lernen, ihre eigenen Grenzen wieder wahrzunehmen.

Und natürlich bleibt auch Nicolas ein wichtiger Teil der Geschichte. Dass er plötzlich wieder in Milas Leben auftaucht, sorgt für zusätzliche Spannung und lässt einige Gefühle wieder hochkommen, die eigentlich längst verdrängt schienen.