Schwere Kost zu leicht verdaut

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ZUM BUCH

Mit „Im letzten Moment“ legt Maxine Reuker den zweiten Teil der Paper Hearts-Reihe vor, die sich im Young-Adult-Genre an junge Leserinnen und Leser richtet. Das Cover und der Farbschnitt sind in Pastelltönen und mit Herzchen entsprechend gestaltet. Das Buch greift mehrere schwere Themen auf, unter anderem Suchterkrankungen und toxische Beziehungsdynamiken.

ZUM INHALT

Das Buch setzt exakt ein Jahr nach dem Umzug der Familie Falk in die Schweiz an – an Milas 17. Geburtstag, den sie mit ihrer Cousine in Berlin feiert. Das vergangene Jahr hat Spuren hinterlassen, vor allem das abrupte Ende der kurzen Beziehung zu Nicolas ist noch nicht verarbeitet. Dennoch stürzt sich Mila in eine neue Beziehung mit einem älteren jungen Mann.

MEINE MEINUNG

Das Buch nimmt sich extrem schweren Themen an, wird diesen aber nicht gerecht. Es liest sich phasenweise sehr konstruiert wie ein Märchen oder eine Seifenoper. Konflikte und Traumata werden durch Zeitsprünge verharmlost, und polizeiliche sowie juristische Abläufe sind völlig unrealistisch dargestellt.
Ich finde den Umgang mit Themen wie Essstörungen, Alkoholsucht und sexueller Gewalt sehr problematisch und unverantwortlich. Die Triggerwarnung sowie das persönliche Nachwort der Autorin wirken auf mich vor diesem Hintergrund wie ein Schutzschild – was das Ganze in meinen Augen noch verheerender macht.

FAZIT

Ein Roman, der seinen Themen nicht gerecht wird, gravierende logische Schwächen hat und die Dynamik von Suchterkrankungen und toxischen Beziehungen nicht zielgruppengerecht darstellt. Leider keine Leseempfehlung, vor allem nicht für minderjährige Leser.