Mehr fühlen, weniger schreiben.

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
danielritter Avatar

Von

Man hat das Gefühl, hier geht es um die Natur des Schreibens. Besonders gut gefällt mir, dass es in einer Perspektive geschrieben ist, die man eher selten vorfindet, und diese Du-Perspektive lädt dazu ein, dass man sich sofort hineinfindet. Mit jedem Wort habe ich mich mehr in diesen Wald hineingewünscht, der zum Schreiben einlädt. Außerdem muss ich hinzufügen, dass ich neulich in Stuttgart war, wo gerade die Ausstellung „Das kalte Herz“ zu sehen ist. Wie passend! Genau diese Szene über das berühmte Werk wird in dieser Lesekostprobe dem Leser nähergebracht.

Oft weiß man gar nicht mehr, wo man selbst ist. Man wird regelrecht in das Buch hineingetragen, in einen dichten Bücherwald. Man hat das Gefühl, hier entsteht ein Märchen, in dem die Protagonistin, selbst Schriftstellerin, immer mehr von sich preisgibt. Eine Lebensgeschichte, so warmherzig und poetisch erzählt, dass man nur staunen kann. Darüber hinaus leidet die Autorin wie eine Märchenfigur. Die unglückliche Beziehung mit Jan wird dadurch bestärkt, dass sie sich im Wald isoliert, um besser zu schreiben.

Fast würde man meinen, bei dieser Ich-Erzählung handle es sich um eine Selbstoffenbarung. Die Heldin muss erst viel über sich herausfinden, um dann das Beste für das eigene Leben und ihr Schreiben zu bekommen. Absolut lesenswert.