3 Frauen, 3 Schicksale

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martinchen Avatar

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Die Schriftstellerin Elli Hajek ist an einem Tiefpunkt ihres Lebens. Ihre Tochter Klara lebt ihr eigenes Leben, die Idee für ihren neuen Roman findet beim Verlag keinen Anklang. Ihr Freund Jan möchte gern mit ihr zusammenziehen, stattdessen mietet sie ein Haus im Wald. Auch, um herauszufinden, wer sie eigentlich ist.

Nach und nach erfahren wir die Geschichte der Flucht ihrer Familie aus der Tschechoslowakei im Jahre 1987. In ihrer Familie wurde nie über diese Nacht voller Angst gesprochen, denn die Eltern wollten ihren Töchtern ein gutes Leben bieten und das ging ihrer Meinung nach nur als Deutsche. Früh erfährt Elli, die eigentlich Eliška Hájková heißt, dass über manche Dinge besser nicht gesprochen wird. Und genau das ist das Problem, das sie lösen muss.

Allein und krank in ihrem Haus im Wald erinnert sie sich an die Erzählungen ihrer Großmutter, die ihr die Märchen der Schriftstellerin Božena Němcová erzählt, wo u.a. die junge Viktorka eine Rolle spielt, die für wahnsinnig erklärt wurde und lange allein im böhmischen Wald lebte. Elli findet bei ihren Recherchen in Tschechien heraus, dass Viktorkas Leben sich deutlich von dem ihrer fiktiven unterscheidet.

Dies führt dazu, dass Elli sich endlich ihrer eigenen Geschichte stellen kann.

Jarka Kubsova gibt ihrer Geschichte lange Zeit eine eher düstere und teilweise bedrohliche Atmosphäre. Sie verwebt die Märchen und Geschichten mit der Realität, sowohl für Elli als auch für die Leserinnen. Nicht immer ist unterscheidbar, was fiktive Realität, was Magie und Fantasie ist. Die Leserin erliegt dem Sog dieser Geschichte.

Das Verweben der Biografien von Božena Němcová und Viktorka mit Ellis Lebensgeschichte gelingt Jarka Kubsova ausgezeichnet. Es wird sehr deutlich, mit welchen Vor-Urteilen sie zu kämpfen hatten und was der Preis für ihre Selbstbestimmtheit war.

Fazit: ein lesenswerter Roman, auch wenn mir „Marschlande“ besser gefallen hat.