Atmosphärisch dicht

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caro la Avatar

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Jarka Kubsova erzählt in ihrem neuesten Roman „Im Licht des neuen Tages" äußerst poetisch von drei Frauen, deren Schicksale über Jahrhunderte hinweg miteinander verbunden sind: Elli, Božena und Viktorka. Die Ich-Erzählerin Elli ist Schriftstellerin und zieht sich zum Schreiben in ein Haus im böhmischen Wald zurück. Dort erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte – Viktorka, eine junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im Wald lebte. Als Elli erfährt, dass es diese Viktorka wirklich gegeben hat, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Und dann ist da noch Božena Němcová, die tschechische Märchen- und Sagensammlerin, deren Roman *Die Großmutter* einer der meistgelesenen Klassiker der tschechischen Literatur ist . Viktorka ist bei ihr eine eher unbekanntere, stumm im Wald lebende Figur – ich wusste gar nicht, dass ihr eine real existierende Frau als Vorbild diente, die tatsächlich jahrzehntelang allein im Wald gelebt haben soll. Kubsova erzählt diese Geschichte mit viel Gefühl für die verschiedenen Zeitebenen und einem feinen Gespür dafür, wie schnell Klatsch und Gerücht in der Vergangenheit ganze Frauenleben zerstören konnten. Der ständige Wechsel der Perspektiven zwischen den drei Frauen hat mich sofort gepackt, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders berührt hat mich, wie einfühlsam Elli mit ihrer eigenen Fluchterfahrung umgeht – diese persönliche Ebene hat mich, obwohl ich selbst nie fliehen musste, sehr angesprochen und mitgenommen. Insgesamt ist es ein atmosphärisch dichter, klug erzählter Roman über Frauenschicksale in der Vergangenheit, ohne dabei belehrend oder plakativ zu wirken. Zusätzlich haben mir die tschechischen Wald- und Dorf-Vibes ausnehmend gut gefallen.